Geld für Thüringen X-Fab investiert viele Millionen in den Standort Erfurt

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die international agierende X-Fab-Gruppe, die an der Börse in Paris gelistet ist, hat ihren Ursprung in Erfurt. Diese Tradition wird jetzt zementiert ...

Thüringen darf sich als traditioneller Halbleiterstandort freuen! Denn das Unternehmen X-Fab, das Land selbst und der Bund sorgen nun dafür, dass die Halbleiterfertigung in Erfurt kräftigen Schub erhält ...(Bild:  X-Fab)
Thüringen darf sich als traditioneller Halbleiterstandort freuen! Denn das Unternehmen X-Fab, das Land selbst und der Bund sorgen nun dafür, dass die Halbleiterfertigung in Erfurt kräftigen Schub erhält ...
(Bild: X-Fab)

Eine der, wie es heißt, größten Industrieinvestitionen der vergangenen Jahre in Thüringen läuft! Gemeint ist der Halbleiterhersteller X-Fab, der jetzt eine neue Chipfabrik baut und damit seine Produktion in Erfurt kräftig stärkt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 5. Oktober. In das Großprojekt sollen 300 bis 400 Millionen Euro fließen, informierte eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage. Zum Hintergrund: Die EU hatte Ende vergangenen Jahres staatliche Finanzhilfen für neue Chipfabriken in Erfurt und Dresden genehmigt. Denn Europa soll bekanntlich unabhängiger bei der Produktion von Halbleitern werden, deren Bedarf mit der Digitalisierung und dem Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) immer weiter steigt. Derzeit ist Europa aber stark von Importen – vor allem aus Asien – abhängig.

Noch mehr Geld fließt von Bund und Land

Nach Angaben der Landesregierung unterstützten auch der Bund und das Land Thüringen die Investition in eine weitere Chipfabrik in Erfurt mit einer staatlichen Finanzspritze von insgesamt 127,4 Millionen Euro. Nach Angaben der Unternehmenssprecherin sind 80,3 Millionen Euro vom Bund zugesagt. Und 47,1 Millionen Euro steuere Thüringen bei. Investiert werde, weil die bestehende Fabrik der X-Fab MEMS Foundry GmbH für Mikrosysteme wegen der hohen Nachfrage weitgehend ausgelastet sei. Der Bedarf ist aber auf alle Fälle da, kommentierte die Sprecherin. Wer es nicht weiß: Die winzigen Bauteile vereinten elektronische und optische Funktionen. Sie würden beispielsweise für KI-Anwendungen, die Infrastruktur von Rechenzentren, optische Systeme oder Medizintechnik benötigt. Allein im zweiten Quartal sei der Umsatz der X-Fab-Gruppe im Bereich Mikrosysteme und Photonik um 14 Prozent gestiegen.

Ganz spezielle Halbleitersystem aus Erfurt

Es ist demnach der am schnellsten wachsende Unternehmensbereich. Die Planung sehe außerdem vor, dass Ende 2028 in der neuen Fabrik unter Reinraumbedingungen die ersten Halbleiter gefertigt werden können. Etwa 100 weitere Arbeitsplätze würden entstehen. Die X-Fab-Gruppe unterhält mehrere Fabriken in Deutschland. Darunter auch Dresden. Auch gibt es Standorte in Malaysia, Frankreich und den USA. Von den weltweit rund 4.000 Beschäftigten arbeiten etwa 800 in Erfurt, das als operative Zentrale gilt. Der juristische Sitz der Holding ist in Tessenderlo in Belgien. Anders als das Unternehmen Globalfoundries in Dresden, für das die EU ebenfalls eine Förderung genehmigt hatte, ist X-Fab kein Massenhersteller, sondern produziert Halbleiter für spezielle Anwendungen im Auftrag von Kunden.

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