Harte Zeiten für die Display-Industrie? Xbox-Kamera Kinect macht aus jeder Oberfläche einen Touchscreen
An der Purdue University wurde ein neues System entwickelt, das es erlaubt, aus jeder glatten Oberfläche einen Touchscreen zu machen. Die Wissenschaftler verwenden dazu eine aus dem Spielebereich (Xbox 360) bekannte Kinect-Kamera, die räumliche Bewegungen aufzeichnet.
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Diese Informationen werden mit einem neuen 3D-Modell der menschlichen Hand kombiniert, wodurch die Handhaltung mit großer Präzision ermittelt werden kann. Der Bildschirm wird mittels eines Projektors direkt auf die Oberfläche gezeichnet. Das System erlaubt den Einsatz beider Hände und aller Finger gleichzeitig. Auch die parallele Nutzung durch mehrere Personen stellt kein Problem dar.
Tische und Wände werden zum Interface
"Es ist, als ob überall gigantische I-Pads zur Verfügung stünden, auf jeder Wand in einem Haus, auf Tischen und Arbeitsflächen - und das alles ohne teure Technologie anschaffen zu müssen", schwärmt Niklas Elmqvist, einer der beteiligten Purdue-Forscher.
Das System ist in der Lage, User anhand ihrer Gesten zu identifizieren und Rechts- von Linkshändern zu unterscheiden. So kann das Interface auf persönliche Vorlieben Rücksicht nehmen. Die Erfahrungen der Forscher mit ersten Prototypen werden diese Woche auf einem Symposium in Cambridge präsentiert.
"Ein solches Interface ist nicht überall nützlich. Um Excel im Büro zu bedienen, eignet es sich beispielsweise nicht. Ein Massensystem wird es also eher nicht werden. Für kollaboratives Arbeiten eignet es sich aber hervorragend. Im Heim-PC-Bereich und im Büro werden wir noch eine Zeit lang mit Maus und Tastatur auskommen müssen. Dort heißt die einzige Alternative Spracheingabe", erklärt Matthias Schroeder von UCDplus, einem Unternehmen für Userinterface-Design, gegenüber dem Nachrichtendienst Pressetext.
System arbeitet mit hoher Präzision
Nach Aussagen der US-Forscher beträgt die Erfolgsquote des Systems bei der Erkennung der Handhaltung eines Nutzers bereits 98 % . Durch die Kinect-Kamera kann das Interface verschiedene Teile der Hand und deren Entfernung zur Oberfläche bestimmen. Das ermöglicht völlig neue Arten der Gestensteuerung.
Denkbar wäre beispielsweise, dass durch Positionierung der flachen Hand über der Oberfläche ein Menü aufgerufen wird. Auch eine Teilung der Aufgaben für die rechte und linke Hand wäre machbar. Das System lässt sich auch mit einem Stift bedienen, was die Möglichkeiten zusätzlich erweitert.
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