Bohrwerke Zerspanung im Großformat
Wenn es darum geht, große Gehäuse mit hoher Präzision zu bearbeiten, können Bohrwerke ihre Stärken ausspielen, wie sich am Beispiel der SHW Casting Technologies zeigt. Dort werden seit kurzem auf einem Platten-Bohr- und Fräswerk Speedram 3000 von Pama 80 t schwere Maschinenträger bearbeitet.
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Am Anfang der Geschichte von SHW Casting Technologies stehen die Gießereiaktivitäten der Schwäbischen Hüttenwerke, als Mönche in der Schwäbischen Alb im Jahr 1365 mit der Eisengewinnung begannen. Eine Spezialität ist vor allem das Herstellen von tonnenschweren Kalanderwalzen für die Papierherstellung, die im Werk Königsbronn im Kokillenguss steigend gegossen und mikrometergenau fertigbearbeitet werden.
Als es darum ging, die am SHW-Standort Heidenheim gegossenen Maschinenträger für Offshore-Windkraftanlagen – jährlich sollen dort 50 bis 60 Stück gegossen werden – mechanisch fertigbearbeitet an den Kunden auszuliefern, entschloss sich das Unternehmen, diese Fertigung nicht zu vergeben, sondern im Werk Königsbronn durchzuführen. Deshalb wurden im zurückliegenden Jahr rund 15 Mio. Euro in die Werksinfrastruktur und in ein Bohrwerk für die Bearbeitung der Maschinenträger investiert.
Mit drei Maschinenlieferanten intensive Gespräche geführt
Werksleiter Stephan M. Stuby und Uwe Knäbel, Leiter der Fertigung, hatten klare Vorstellungen von „ihrer“ neuen Maschine: „Die 80 t schweren Maschinenträger aus hochwertigen Gusswerkstoffen sollten in zwei Aufspannungen gleichermaßen zuverlässig, effizient und hochgenau komplett- bearbeitet werden können.“
Unter anderem ist am Maschinenträger auch eine Lagerbohrung mit einem Durchmesser von 3200 mm mit der Toleranz H7 zu fertigen. Anhand der Bearbeitungsaufgabe wurden von drei Maschinenlieferanten entsprechende Angebote eingeholt und intensive Gespräche geführt. „Unsere Wahl viel auf ein Platten-Bohr- und Fräswerk mit Traghülse Speedram 3000 von Pama. Ausschlaggebend war dabei nicht allein der Preis“, betont Werksleiter Stuby, „sondern auch die Genauigkeit der Maschine sowie die gute Zusammenarbeit im Vorfeld der Projektierung.“ Im April dieses Jahres erfolgte die Inbetriebnahme des Bohrwerks.
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