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Im Mittelpunkt der EMO-Präsentationen des Werkzeugmaschinenbauers MAG stand das Flüssigstickstoff-Kühlsystem. Dazu Dr. Wolfgang Horn, Mitglied der Geschäftsführung (Vice Chairman) der MAG Europe GmbH, Göppingen: „Als Lösungsanbieter für die komplette Fertigung haben wir einen einzigartigen Einblick in die Zusammenhänge und möglichen Stellhebel beim Kunden. Dementsprechend erstrecken sich unsere Innovationen auch auf alle Aspekte der Produktivitätssteigerung und Produktionssicherheit.“
Gebündeltes Know-how ermöglicht kryogene Zerspanung als bahnbrechende Neuheit
Am Beispiel der kryogenen Zerspanung mit flüssigem Stickstoff zeige sich dies eindrücklich: „Hier wurden eigenes und Partner-Know-how bezüglich Maschine und Peripherie gebündelt, um eine bahnbrechende Innovation zu ermöglichen“, so Horn.
Das Stickstoff-Kühlverfahren haben die MAG-Spezialisten eigenen Angaben zufolge „innerhalb kürzester Zeit zur Serienreife gebracht, um die Vorteile für verschiedene Bearbeitungsarten, Materialien und Anwendungen nutzbar zu machen“. Auf der EMO waren vier Maschinen mit dem Kühlsystem bestückt: Ein Vertikal-Bearbeitungszentrum NBV 700 5X zeigte live die Bearbeitung eines Titan-Blisks aus dem Aerospacebereich, auf einem Vertikal-Drehzentrum VDM 1000 wurde die Kryozerspanung eines Drehteils aus Inconel vorgeführt und auf einem Horizontal-Dreh-Fräszentrum VDF 450 TM die Bearbeitung einer gehärteten Welle. Zudem wurde auf dem hydraulikfreien Bearbeitungszentrum E-Specht ein Zylinderblock aus GGV mittels Stickstoffkühlung zerspant.
Elektromechanische E-Aktuatoren ersetzen die Hydraulik
Erhebliche Verbesserungen, so die MAG-Experten, dürfen sich auch Windanlagenhersteller bei der Zerspanung von Rotorblatt-Wurzelenden aus Faserverbundwerkstoffen erhoffen. In Hannover erstmals präsentiert wurde ein roboterbasiertes System mit Stickstoffkühlung.
Hauptmerkmal des neuen Bearbeitungszentrums E-Specht: Hydraulische Aktuatoren sind komplett durch elektromechanische E-Aktuatoren ersetzt, die beim Werkzeughandling, im Rundtisch, den Spannsystemen, der Spindel und beim Palettenwechsler zum Einsatz kommen. Die Produktreihe an E-Aktuatoren wurde komplett von Corcom, dem MAG-Geschäftsbereich für Kernkomponenten, entwickelt und gebaut.
„Unseren Kunden bringt der Hydraulikverzicht neben dem Umweltaspekt einen dreifachen Nutzen“, betont Dr. Sebastian Schöning, President Automotive bei MAG. „Die Betriebskosten werden durch entfallende Wartungsmaßnahmen und Schonung der Baugruppen reduziert und Hallenfläche und Energie werden eingespart. Schließlich ergeben sich auch kürzere Zykluszeiten, im Ganzen also eine wirklich kostenoptimale Lösung.“
Komplettbearbeitung und Verfahrensintegration bieten noch Innovationspotenzial
Beträchtliches Innovationspotenzial bieten nach wie vor die Entwicklungstrends Komplettbearbeitung und Verfahrensintegration. „Unsere Kunden verlangen stets die individuelle stückkostengünstige Komplettbearbeitung, die oft mit einer mehrstufigen Produktion in einer Maschine verbunden ist“, erläutert Dipl.-Ing. Helmut Weisser, Geschäftsführung Technik und Vertrieb der J. G. Weisser Söhne GmbH & Co., St. Georgen. Dafür biete man ein gleichermaßen umfassendes wie vielseitiges Maschinenprogramm.
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