Studie

Zulieferer-Insolvenzwelle bringt Maschinenbau in Gefahr

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Im Jahr 2010 werde der Absatz voraussichtlich wieder anziehen – das Ausfallrisiko jedoch auch. Dies könne die Erholung von einzelnen Firmen schnell in Frage stellen.

Lieferanten-Risikomanagement sehr unterschiedlich entwickelt

Die Fähigkeit von Unternehmen, mit wachsenden Lieferantenrisiken umzugehen, ist laut der Studie sehr unterschiedlich ausgeprägt. „In vielen Unternehmen ist das Risikoprofil der Zulieferer bisher nur wenig transparent“, sagt Marc-Oliver Schell, Projektleiter bei der Unternehmensberatung. Dadurch werde oft nur auf das Eintreten von Risiken reagiert, anstatt ein systematisches Risikomanagement in der Beschaffung zu etablieren.

Verschärft werde die Risikosituation, da in den vergangenen Jahren teilweise kontraproduktive Lieferantenwechsel durchgeführt wurden. Auf der Suche nach kurzfristig niedrigeren Preisen seien Lieferanten ausgetauscht worden, ohne alle daraus resultierenden Risiken zu berücksichtigen.

Neue Lieferanten, meist aus Fernost, würden nicht immer die Qualität garantieren und sich oft einer Beurteilung ihrer Finanzsituation und Zuverlässigkeit entziehen. Aufgrund der hohen Kosten und der langen Vorlaufzeit eines Lieferantenwechsels ließen sich diese Fehler kurzfristig nicht korrigieren.

Einkaufsmanager haben Risiko des Ausfalls von Zulieferern kaum berücksichtigt

Einkaufsmanager hätten ihren Umgang mit Zulieferern dahingehend professionalisiert, dass sie Kosten optimieren, über neue technische Entwicklungen informiert sind und immer komplexere Logistikketten beherrschen. Die Frage: „Was passiert, wenn ein Zulieferer ausfällt?“ rangierte bis 2008 nicht oder nur weit hinten auf ihrer Prioritätenliste, heißt es.

So seien systemrelevante Zulieferer in der Automobilindustrie in der Vergangenheit im Fall einer drohenden Insolvenz durch eine konzertierte Aktion der Hersteller mit höheren Preisen gestützt worden. Doch diese Methode sei in Anbetracht der unterschiedlichen Industriestruktur, der heterogenen Lieferantenbasis und der hohen Zahl drohender Insolvenzen für den Maschinen- und Anlagenbau keine Option. Auch in der Automobilindustrie wird man solche Rettungsaktionen wegen der angespannten finanziellen Situation der Automobilunternehmen in 2010 seltener erleben, prognostiziert die Unternehmensberatung.

Risikomanagement kann gegen Ausfälle bei Zulieferer-Insolvenz schützen

Unternehmen könnten sich gegen das Risiko von Insolvenzen ihrer Zulieferer schützen, indem sie Risikomanagementsysteme im Einkauf etablieren. Gleichzeitig könne sich ein erfolgreiches Risikomanagement zum Wettbewerbsvorteil für den nächsten Aufschwung entwickeln.

Durch ein vorausschauendes Risikomanagement im Einkauf könnten Unternehmen beispielsweise Marktanteile von Wettbewerbern übernehmen, wenn diese aufgrund von Lieferanteninsolvenzen nicht in der Lage seien, zeitgerecht zu liefern. Zudem könnten Unternehmen mit einem Risikomanagement mehr Verantwortung und Wissen auf ihre Lieferantenbasis übertragen, ohne befürchten zu müssen, dass plötzliche Lieferanteninsolvenzen die Zusammenarbeit abrupt beenden. Durch diese strategischen Partnerschaften mit Lieferanten verbesserten sie ihre Kostenbasis und sicherten sich durch gemeinsame Innovationen einen Vorsprung.

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