Schweißschutz Zum richtigen Schweißschutz mittels Gefährdungsbeurteilung
Welche Art der Schutzkleidung die richtige ist beim Schweißen, entscheidet die Häufigkeit der Tätigkeit. Entscheidend für die Auswahl der Kleidung ist die Frage: Verbringt man regelmäßig einen Großteil seines Arbeitsalletags mit Schweißen oder nur ab und an? Welcher Schutz notwendig ist, erfährt der Arbeitsgeber durch eine Gefährungsanalyse.
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Strahlungshitze, Funkenflug und Schweißspritzer – Schweißen birgt Gefahren für Menschen am Arbeitsplatz. Daher sind Arbeitgeber verpflichtet, ihre Mitarbeiter zu schützen. Neben baulichen Schutzvorkehrungen als erste und wichtigste Maßnahme, kann spezielle Kleidung die Sicherheit zusätzlich erhöhen. Doch wie viel Schutz benötigt wird entscheidet die Häufigkeit.
Erster Anhaltspunkt: Zertifizierung nach ISO 11611
„Wer regelmäßig einen Großteil seines Arbeitstages mit einem Schweißgerät in der Hand verbringt, benötigt eine andere Ausstattung als ein Mitarbeiter, der nur ab und an eine Schweißnaht schließt,“ erklärt Nicole Kiefer, Leitung Produktentwicklung bei dem Textil-Serviceanbieter Mewa. Einen ersten Anhaltspunkt bietet die Zertifizierung der Kleidung nach „ISO 11611 – Schutzkleidung für Schweißen und verwandte Verfahren”.
Sie teilt die Kleidung in zwei Klassen ein. Wer gelegentlich schweißt – zwei bis drei Mal pro Woche – kann schon mit Schutzkleidung der Klasse 1 gut bedient sein. Wer häufig schweißt – ein bis zwei Mal am Tag – zieht besser eine Schutzkleidung der Klasse 2 an. Wer permanent schweißt sollte zusätzlich Lederschürze und Armstulpen tragen. Auch nach „ISO 11612 – Kleidung zum Schutz gegen Hitze und Flammen” zertifizierte Kleidung kann für Schweißarbeiten geeignet sein.
Gefährdungsbeurteilung gibt Gewissheit über Schutzmaßnahmen
„Diese Zertifizierungen sind aber nur erste Indikatoren. Wirklich beurteilen, welcher Schutz notwendig ist, kann ein Arbeitgeber nur auf der Basis einer Gefährdungsbeurteilung“, gibt die Produktentwicklerin zu bedenken. Erst die genaue Kenntnis von Arbeitsplatz und Tätigkeiten versetzt die Verantwortlichen in die Lage, Schutzkleidung, -brillen, -handschuhe, -stiefel und weitere notwendige Artikel für den Schutz des Mitarbeiters auszuwählen. Dazu gehören unter anderem die klimatischen Bedingungen vor Ort, die unterschiedlichen Schweißverfahren und das Arbeitsumfeld. Die Gefährdungsbeurteilung gibt auch Aufschluss darüber, ob ein zusätzlicher Teilkörperschutz ausreicht oder ein Vollkörperschutz notwendig ist.
„Die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung – sie sind die Parameter für unsere Beratung. Wenn wir die konkreten Anforderungen kennen, dann suchen wir gemeinsam mit den Verantwortlichen im Unternehmen nach der optimalen Ausstattung in unserem Programm. Wir bieten im Rahmen unseres Textil-Managements nach ISO 11611 und ISO 11612 zertifizierte Schutzkleidung in unterschiedlichen Ausführungen an“, so Kiefer weiter.
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