Qualitätsmanagement

Zuverlässig und qualitätsbewusst Verantwortung übernehmen

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Die Akzeptanz eines nationalen Branchenkodex stößt auch an Grenzen. Denn es handelt sich dabei um einen Verhaltenskodex eines nationalen Verbands, der international nicht über einen ausreichend hohen Bekanntheitsgrad verfügt. Zudem erkennen einige Harting-Kunden den „ZVEI Code of Conduct“ nicht als gleichrangig zu ihrem eigenen Verhaltenskodex an – und das obwohl die gleichen Inhalte abgedeckt sind und diese Kunden sich als Mitglieder des ZVEI zum COC bekennen beziehungsweise dafür aussprechen.

ISO 26000 – internationaler Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung

Harting hat daher frühzeitig nach Alternativen gesucht und sich schon in der Entstehungsphase der internationalen Norm ISO 26000 – Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung – für deren Implementierung entschieden. Da die ISO 26000 selbst kein Managementsystem darstellt und daher nicht zur Zertifizierung herangezogen werden darf, hat sie den Charakter eines Leitfadens und spricht Empfehlungen aus. Eine entsprechende Norm sollte von der ISO nicht erarbeitet werden, daher entschied man sich für die Zertifizierung des CSR-Managementsystems auf Basis der nationalen Standards aus Österreich ONR 192500 sowie Spanien RS 10.

Das Zertifikat zur gesellschaftlichen Verantwortung ist die Leistung aller Mitarbeitenden von Harting. Die Herausforderung bestand darin, seit Jahren gelebte Werte, Prozesse und Ziele nun in Hinblick auf ihre gesellschaftliche Verantwortung hin zu untersuchen.

Offene Diskussionen über gesellschaftliche Verantwortung helfen

Das CSR-Kernteam startete das Projekt und trat mit den betreffenden Fachbereichen in die Diskussion. Als vorteilhaft erwiesen sich dabei die Offenheit und die hohe Identifikation mit der Themenstellung. Denn viele Kollegen und Kolleginnen sind bereits im Arbeits- oder Privatleben mit der Fragestellung konfrontiert, wie sie beispielsweise sichergehen können, dass ein eingekauftes Produkt umweltgerecht hergestellt wurde.

Während der ersten Treffen bestand der Schwerpunkt im Informationsaustausch. Die jeweiligen Bereiche stellten ihre Ziele, Strategien und Prozesse auf Basis des Harting Way vor, der im Jahre 1998 auf Grundlage des EFQM-Modells entwickelt wurde. Er beinhaltet elf Kriterien, beispielsweise gesellschaftliches Engagement als Erfolgsfaktor.

Das CSR-Kernteam führte in die Facetten gesellschaftlicher Verantwortung ein. Das gegenseitige Verständnis war Voraussetzung, um genau die Bereiche zu identifizieren, in denen Harting die Empfehlungen zur ISO 26000 noch nicht zufriedenstellend erfüllt.

Gegenseitiges Verständnis als Voraussetzung gesellschaftlicher Verantwortung

Die Resultate waren sehr unterschiedlich. Umwelt- und Arbeitsschutz beispielsweise sind schon seit Jahren etabliert und auch zertifiziert. Bei der Auseinandersetzung mit dem Kernthema „faire Geschäftspraktiken“ wurde deutlich, dass im Hause – obwohl seit jeher gelebte Praxis – nur wenige dokumentierte Verhaltensregeln, beispielsweise bei der Annahme und Vergabe von Geschenken oder auch dem Verhalten in Verbänden, vorlagen. Sehr schnell bestand Einigkeit darüber, dass die schon gelebten Verhaltensweisen im Sinne eines Managementsystems niedergeschrieben, eventuell auch ergänzt werden mussten, um jedem Mitarbeitenden die Möglichkeit zu geben, die Regeln auch nachzulesen.

Die Harting Technologiegruppe wird nun an weiteren Standorten den internationalen Leitfaden ISO 26000 implementieren. Zwar kann damit nicht jeder einzelne Schritt kontrolliert werden, aber damit ist es möglich, im Rahmen der kontinuierlichen Verbesserung Ziele, Strategien und Prozesse immer besser auf die Bedürfnisse der Anspruchsgruppen auszurichten.

* Gisela Eickhoff, persönliche Referentin des Inhabers, Stefan Saltenbrock, Leiter der Rechtsabteilung, und Heinz Welling, Zentralbereichsleiter Qualität und Technologie, bilden das CSR-Kernteam der Harting Technologiegruppe in 32339 Espelkamp

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