Managementsysteme ZVEI kritisiert Rolle der Zertifizierungsinstitute

Redakteur: Peter Steinmüller

Standards für Managementsysteme müssen sich stärker an den Interessen der Unternehmen und ihrer Kunden orientieren. Der Einfluss von Zertifizierungsinstituten und Beratern in den zuständigen Gremien soll dagegen zurückgedrängt werden. So lautet das Zwischenfazit des Arbeitskreises des Arbeitskreises Managementsysteme beim ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie), der sich im September 2007 konstituiert hatte.

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Um diese Ziele zu erreichen, will der Arbeitskreis das Thema Standardisierung stärker in die Öffentlichkeit bringen. „Wir müssen die Geschäftsführer erreichen“, erläutert Dr. Alexandra Schleier, die als ZVEI-Referentin den Arbeitskreis koordiniert. „Es genügt nicht, wenn sich mit Standardisierung nur der Qualitätsmanagement-Beauftragte befasst, der das Handbuch dazu formuliert hat.“ Zur Zeit beteiligen sich rund 40 Unternehmen an dem Projekt.

Zertifizierer müssen unabhängig sein

Die Kritik des Arbeitskreises richtet sich zum einen gegen die Rolle der Zertifizierungs- und Standardisierungsinstitute, die in den Gremien an der Normendefinition beteiligt sind und später gegen Honorar deren Einhaltung prüfen. Der ZVEI drängt auf eine Unabhängigkeit der Zertifizierer von einem Eigeninteresse an aufwändig zu prüfenden Standards. Zwar werden laut Dr. Schleier die deutschen Interessen in internationalen Gremien von der Industrie vertreten, doch andere Länder entsendeten häufig Zertifizierer. Hier will der ZVEI über seine Auslandsvertretungen Einfluss nehmen.

Nicht jedes Zertifikat schafft Mehrwert

Zum anderen bemängelt der Arbeitskreis die gängige Praxis vieler Betriebe, zusätzlich zur Standardisierung gemäß der üblichen Normen weitere Qualitätsnachweise von den Lieferanten zu fordern. „Nicht jedes Zertifikat schafft einen Mehrwert“, argumentiert Dr. Schleier. Hier habe aber bereits eine Disziplinierung und Beschränkung auf anerkannte Systeme wie ISO 9001 eingesetzt.

Besonders kleineren Unternehmen will der Arbeitskreis mit Arbeitshilfen und Best-Practice-Beispielen beim Umsetzen von Managementsystemen helfen. Auch in der Ingenieurausbildung soll mehr Prozess-Know-how vermittelt werden. Deshalb entwickeln ZVEI und VDE (VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik) ein Ausbildungsmodul für Ingenieur-Bachelor-Studiengänge.

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