Traktorenfertigung Zweifachschrauber sorgen bei Momenten bis 1000 Nm für Null-Fehler-Montage

Autor / Redakteur: Leszek Irla / Rüdiger Kroh

Mehrfachschrauber sind heutzutage fast schon Standard, nicht nur in der Automobilindustrie, sondern auch bei der Fertigung von Bau- und Landmaschinen. Kein Standardwerkzeug ist jedoch

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Mehrfachschrauber sind heutzutage fast schon Standard, nicht nur in der Automobilindustrie, sondern auch bei der Fertigung von Bau- und Landmaschinen. Kein Standardwerkzeug ist jedoch ein ganz besonderer Zweifachschrauber, der seit anderthalb Jahren im Mannheimer Traktorenwerk von John Deere im Einsatz ist. Denn er schafft Drehmomente bis 1000 Nm, stellt sich automatisch auf unterschiedliche Schraubbilder ein, überprüft, ob die Verschraubungen korrekt abgearbeitet wurden, und dokumentiert alle Schraubergebnisse.

Die digital überwachten Schraubspindeln der Tensor-ST-Bauart und die zugehörigen Power-Focus-Steuerungen (Bild 1 – siehe Bildergalerie), die das möglich machen, stammen von Atlas Copco Tools. Sie erlauben es auch, diesen Spezialschrauber in das übergeordnete Produktionsleitsystem des Traktorenwerks einzubinden. Das ist die Voraussetzung für die von John Deere bei sicherheitskritischen Schraubverbindungen angestrebte höchste Stufe an Prozesssicherheit in der Schraubmontage: die Null-Fehler-Montage.

Bildergalerie

Der Zweifachschrauber ist mitsamt seinen Steuereinheiten und einer pneumatisch unterstützten Hubvorrichtung in einen Rollwagen eingebaut (Bild 2). So können ihn die Werker mühelos bewegen und praktisch schwerelos von unten an die Traktorchassis ansetzen, die an Gehängen schwebend die Montagelinie durchlaufen (Bild 3).

Zweifachschrauber ist in Rollwagen eingebaut

Gebaut hat den Schraubwagen Innovatec, ein auf Montagevorrichtungen spezialisierter Maschinenbauer aus Zweibrücken. Als Schraubspindeln fungieren zwei Tensor-ST-Stabschrauber, die normalerweise als handgeführte Werkzeuge eingesetzt werden.

Der Schraubwagen wird in zwei Fällen eingesetzt. Erstens bei allen Traktoren mit gefederten Vorderachsen und Allradantrieb: Bei diesen Modellen ist mit vier M20-Schrauben (Drehmoment 610 Nm) der sogenannte Lagerbock für das Schubrohr zu montieren, das die Kraft vom Getriebe auf die Vorderachse überträgt. Zweitens wird mit dem Schraubwagen bei einem kleineren Traktormodell die Vorderachsaufhängung montiert, ebenfalls mit vier M20-Schrauben (Drehmoment 550 Nm). In beiden Fällen sind die fraglichen Schrauben bereits an einem vorgelagerten Arbeitsplatz vorangezogen worden, damit die zu montierenden Bauteile am Gehänge nicht abfallen.

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