Myzel-Musik 3D-gedruckte Pilze sorgen etwa für nachhaltige Lautsprecher

Quelle: Fraunhofer IWU 3 min Lesedauer

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Bio-Schallalaaah! Wie man Pilzmyzel als nachhaltigen Hightech-Werkstoff für neuartige Lautsprecher (und mehr) nutzen kann, zeigt das Fraunhofer IWU.

Das ist kein verunglückter Donut, sondern schaumartiges Pilzmyzel, das man am Fraunhofer IWU in Dresden additiv verarbeiten kann, um daraus Komponenten für nachhaltigere Lautsprecher zu machen. Was damit alles geht, verraten die Forscher hier ...(Bild:  Fraunhofer IWU)
Das ist kein verunglückter Donut, sondern schaumartiges Pilzmyzel, das man am Fraunhofer IWU in Dresden additiv verarbeiten kann, um daraus Komponenten für nachhaltigere Lautsprecher zu machen. Was damit alles geht, verraten die Forscher hier ...
(Bild: Fraunhofer IWU)

Pilzmyzele sind logischerweise ein nachwachsender Rohstoff. In der Pharmazie ist dieser deshalb seit vielen Jahren nicht mehr wegzudenken. Doch Pilzmyzel hat noch viel mehr Potenzial als neuartiger Werkstoff, sagen die Forscher vom Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU). Als biologisch abbaubarer Werkstoff kann es zum Beispiel verschiedene herkömmliche Materialien ersetzen und die Anwendungen nachhaltiger machen. Dazu gehörten beispielsweise tierisches Leder, Verpackungsmaterial aus Holz, Pappe oder geschäumtem Polystyrol (Styropor), aber auch Dämmwolle.

Aus Pilzmyzel wachsen Bio-Transmissionline-Lautsprecher

Ein Forscherteam am IWU erschließt angesichts dieser Chance nun ein weiteres Einsatzgebiet für den Pilzmyzel-Werkstoff. Und zwar geht es um komplexe Funktionseinheiten aus zusammengefassten Bauteilen, die hochwertige Transmissionline-Lautsprecher noch besser klingen lassen, wie man betont. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form von Lautsprechergehäusen, die stehende Wellen in einer Verzögerungsleitung zur Verbesserung der Wiedergabe tiefer Frequenzen nutzen. Das ehrgeizige Ziel lautet, lebendes Myzel im 3D-Druck zu entsprechend zu verarbeiten und anschließend gezielt im Wachstum zu beeinflussen, um in einem Vorgang sowohl schallreflektierende als auch -absorbierende Eigenschaften zu erhalten.

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Transmissionline-Lautsprecher werden deutlich günstiger machbar

Besonders vielversprechend seien bereits die Ergebnisse zur Programmierbarkeit respektive Beeinflussbarkeit des Pilzmyzel-Werkstoffs im Hinblick auf die spezifischen Anforderungen im Lautsprecherbau. Für den jeweiligen Einsatzzweck erwünschte Materialeigenschaften sind in der Kultivierung des Myzels durch Beeinflussung der Umweltbedingungen gezielt einstellbar, wie die Forscher betonen. So lassen sich etwa schaumartige Strukturen besonders zur Absorption unerwünschter Schwingungen nutzen, während feste und glatte Strukturen sehr gut für die Schallreflektion geeignet sind, wie es weiter heißt. Und Transmissionline-Lautsprecher setzen für einen gut klingenden Bass und möglichst wenig Resonanzen (Eigenschwingungen) des Lautsprechergehäuses auf eine Schallaustrittsöffnung im Gehäuse, die mit einem bis zu drei Meter langen Rohr im Inneren des Gehäuses verbunden ist. Dieses Rohr muss in der Lautsprecherbox mehrfach gefaltet werden, um darin Platz zu finden. Dadurch ist seine Gestalt sehr komplex. Allein die Herstellung sei so teuer, das manche Hersteller darauf verzichteten. Doch das IWU-Teams kann das Problem auf elegante Weise aus der Musikwelt schaffen! Und zwar durch den werkzeuglosen 3D-Druck von Funktionskomponenten und Lautsprechergehäuse, womit man auch komplexe Geometrien schaffen kann. Ganz nebenbei reduziere sich die Zahl von Klebe- und sonstigen Verbindungsstellen. Das drückt die Herstellungskosten nach unten.

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