CNC-Werkzeugmaschinen 7 Fakten über Rundtaktmaschinen

Von Mag. Victoria Sonnenberg 3 min Lesedauer

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Hunderttausende Drosselklappen für Diesel-Einspritzsystem werden pro Jahr gefertigt – auf den Mikrometer genau. Sieben Fakten, warum Rundtaktmaschinen die bevorzugte Wahl für anspruchsvolle Werkstücke in hoher Stückzahl sind.

Arbeiten rund um die Uhr: Industrielle Rundtaktmaschinen sind in der Industrie überall dort verbreitet, wo Metallteile in großen Stückzahlen, mit höchster Präzision und in mehreren Prozessschritten gefertigt werden müssen.(Bild:  Surplex)
Arbeiten rund um die Uhr: Industrielle Rundtaktmaschinen sind in der Industrie überall dort verbreitet, wo Metallteile in großen Stückzahlen, mit höchster Präzision und in mehreren Prozessschritten gefertigt werden müssen.
(Bild: Surplex)

Eine Rundtaktmaschine ist eine CNC-Werkzeugmaschine zur spanenden Bearbeitung von Metallteilen. Alle Bearbeitungsschritte – Drehen, Fräsen, Bohren, Verzahnen, Räumen, Stoßen, Taumeln, Honen, Schleifen und Montieren – können dabei in einem einzigen Prozessschritt vollzogen werden. Denn das Werkstück wird auf einen drehbaren Rundschalttisch gespannt und wird ringsherum von bis zu 20 Prozessstationen mit jeweils bis zu 3 Werkzeugen in horizontaler und vertikaler Lage bearbeitet.

Fakt 1: Rundtaktmaschinen sind µ-genau

Wiederholgenauigkeiten von 3 Mikrometern sind bei Rundtaktmaschinen Standard. Doch wie schafft die Maschine eine so hohe Präzision bei immer wieder wechselnden Prozessen? Die Lösung: ein Schleppteller. Die zu bearbeitenden Werkteile werden nicht auf einem fixen Spannfutter sondern in einer Palette gespannt. Ein Schleppteller transportiert diese in der Rundtaktmaschine von Station zu Station und setzt die Werkstücke µ-genau ab. Mit der Aufsetzung in das Nullpunktspannsystem kann dann eine Genauigkeit von ± 1 Mikrometer erreicht werden. Dabei dauert die Indexierungszeit nur ca. 2,5 Sekunden.

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Fakt 2: Rundtaktmaschinen sind schnell und garantieren einen hohen Durchsatz

Da bis zu 20 Stationen mehrere Bauteile gleichzeitig bearbeiten, werden Nebenzeiten auf ein Minimum reduziert. Dazu kommt die automatisierte Be- und Entladung. Damit arbeitet eine Rundtaktmaschine bis zu 20-mal schneller als ein Bearbeitungszentrum. Keine andere Werkzeugmaschine kann so eine hohe Produktionsrate erreichen.

Fakt 3: Rundtaktmaschinen ermöglichen eine maximal flexible Produktion

Durch die vielen Spindeln können Bauteile mit vielen verschiedenen Werkzeugen gleichzeitig und somit maximal flexibel bearbeitet werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Anlage jederzeit auf neue Produktionsherausforderungen einzustellen. Damit ist sie für eine Vielzahl von Produkten geeignet. Außerdem können die verschiedensten Metalle bearbeitet werden: Stahl, Messing, Aluminium, Kupfer. Das öffnet eine große Bandbreite an Branchen, in denen Rundtaktmaschinen zum Einsatz kommen können.

Fakt 4: Rundtaktmaschinen sind weit verbreitet

Überall dort, wo anspruchsvolle Werkstücke hochpräzise und in großer Stückzahl hergestellt werden müssen, finden Rundtaktmaschinen ihre Anwendung. Dazu zählen die Massenproduktion von Metallteilen für die Automobilindustrie, für den Apparate- und Armaturenbau in der Hydraulik oder Pneumatik, für die Elektro- und Elektronikindustrie sowie für die Schloss- und Beschlagindustrie.

Im Automobilbau werden z.B. Drosselklappen und Magnetventile in Diesel-Einspritzsystemen in Rundtaktmaschinen gefertigt. Zylinderköpfe für Hochdruckpumpen oder auch Pumpengehäuse sind ebenfalls eine typische Anwendung. In der Elektro- und Elektronikbranche werden vor allem Kupfer, Aluminium und deren Legierungen (z. B. Messing) zu Steckern, Buchsen, Klemmen, Hülsen oder Kontakten verarbeitet. Schlossgehäuse, Schließzylinder und Schlüssel sind weitere Beispiele für typische Produkte aus Rundtaktmaschinen.

Fakt 5: Neue Rundtaktmaschinen sind nachhaltig, da energieeffizient

Im Vergleich einer Mehrmaschinenfertigung des gleichen Bauteils zur Rundtaktmaschinenfertigung ist die Energieeinsparung enorm, da bei dieser Produktionsart jede Maschine individuell mit Energie versorgt werden müsste. Neuere Rundtaktmaschinen sind mit intelligenten Energiesteuerungen ausgestattet. So stehen immer nur die gerade aktiven Stationen unter Strom. Das reduziert den Energieverbrauch enorm. Im Vergleich zum konventionellen Bearbeitungszentrum braucht eine Rundtaktmaschine nur ungefähr die Hälfte an Energie – in Zeiten hoher Energiepreise ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Fakt 6: Rundtaktmaschinen sind teuer, aber die Investition lohnt sich

Automatisierte Produktion mit minimalem Personalaufwand, höchste Bauteilkontrolle und höchste Prozesssicherheit, sehr hohe jährliche Stückzahlen sowie eine Bearbeitung mit mindestens vier Werkzeuge erforderlich: Sind das die zu erfüllenden Anforderungen, kann sich die Anschaffung einer Rundtaktmaschine im Vergleich zu konventionellen Werkzeugmaschinen lohnen. Weitere Vorteile gegenüber einer Mehrmaschinen-Produktion: geringere Investition, weniger Platz- und Mitarbeiterbedarf sowie kürzere Umrüstzeiten. Weniger beteiligte Mitarbeiter bedeuten auch eine homogenere Bauteilqualität.

Ein Faktor, der das Investitionsrisiko weiter minimiert, ist die aufgrund des modularen Aufbaus hohe Produktionsflexibilitat der Rundtaktmaschine. Bei guter Wartung haben sie eine Lebensdauer von weit über 30 Jahren. Das macht die Maschinenart auch für einen Weiterverkauf attraktiv.

Fakt 7: Rundtaktmaschinen gibt es auch als Second Hand

Aufgrund von Produktionsumstrukturierungen gelangen immer wieder gut gewartete Rundtaktmaschinen auf den Gebrauchtmaschinenmarkt. Hier finden Sie zurzeit eine nagelneue, also null Prozessstunden gelaufene, imo-space des Herstellers Imoberdorf. Sie ist mit acht Bearbeitungsstationen, Schleppteller und Glasmaßstab zur Erhöhung der Wiederholgenauigkeit auf bis zu 0,5 µm ausgestattet. Imo-space steht für eine Maschinenausführung mit – wie der Name es bereits andeutet – viel Platz. Maximal 16 Bearbeitungsstationen und ATC-Werkzeugwechsler ermöglichen ein enormes Produktionspotential.

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