3D-Druck

Additive Verfahren haben großes Potenzial im Maschinen- und Anlagenbau

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3D-Drucker-Hersteller müssen an Druckgeschwindigkeit und Kosten arbeiten

So weit sind die wenigsten Unternehmen. Ob sich ein Bauteil oder eine bereits zusammengefügte Baugruppe additiv fertigen lässt, ist nur die eine Seite; die andere betrifft die Kosten. Dr. Dieter Schwarze, wissenschaftlicher Koordinator von SLM Solutions, gibt zu bedenken: „Wir müssen gegen die konventionelle Fertigung konkurrieren.“ Das bedeutet, dass die 3D-Druckerhersteller gefordert sind, an der Geschwindigkeit und den Kosten zu arbeiten. Für sein Unternehmen bedeutete dies, dass man das Modell SLM 280/PSH 100 nun mit 2 Faserlaser (400 und 1000 W) ausgestattet hat, um die Produktivität zu verdoppeln.

Bei additiv gefertigten Kunststoffbauteilen liegt der größte Kostenanteil beim Werkstoff. Deshalb wird normalerweise je nach Bauteilqualität mehr oder weniger Altmaterial beigemischt. Ein Dienstleister aus dem Publikum war skeptisch, ob das in jeden Fall möglich ist: „Setzte ich auf Bauteile, bei denen ich eine Gewährleistung erbringen muss, brauche ich auch die höchste Werkstoffqualität.“ Und dann wird es teuer. Zwar lässt sich Metallpulver beim Laserschmelzen nach Angaben von Dr. Schwarze ohne Qualitätsverluste wiederverwenden, doch auch er ist sich der hohen Materialkosten bewußt: „Wir wollen in Zukunft ein stärkeres Augenmerk auf die Materialkosten legen, weil wir glauben, dass noch Potenzial nach unten ist.“

Noch viele Herausforderungen für Additive Manufacturing bis zum Serienverfahren

Der Weg hin zu einer Serienfertigung auf dem 3D-Drucker ist also noch weit, viele Fragen sind noch offen. Auch die wenigen Unternehmen wie Robomotion mussten zu Beginn ihre Lektion lernen, wie Dr. Wolf berichtet: „Ganz am Anfang haben wir sicherlich zu viel erwartet. Man hat erst eine Weile gebraucht, um zu erkennen, was das Kunststofflasersintern kann.“ Auch Dr. Eric Klemp, Geschäftsführer des Direct Manufacturing Research Center in Paderborn, stellte klar, dass die Industrie erst am Anfang steht: „Bis zum etablierten Serienverfahren hat das Additive Manufacturing noch viele Herausforderungen zu bewältigen“. Man müsse viele Randbedingungen beachten, um es erfolgreich anzuwenden.

Rainer Gebhardt zieht ein durchweg positives Fazit der Fachtagung: „Der Dialog zwischen Anwendern und Anlagenbauern ist eröffnet. Nun gilt es, die Gespräche fortzusetzen und an der Qualität und Reife der vielfältigen additiven Verfahren zu arbeiten“. Der VDMA biete allen Beteiligten die Möglichkeit, in die Debatte über künftige Normen und Standards, über Qualitätserwartungen, Reproduzierbarkeit oder Toleranzen einzusteigen. „Angesichts des Potenzials der Technologie für die Wertschöpfungsketten im Maschinen- und Anlagenbau sollten wir die Chance nutzen, die das enge Miteinander von Anwendern, Komponentenentwicklern und 3D-Druck-Anlagenbauern an unserem hoch entwickelten Industriestandort bietet“, so Gebhardt.

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