Arbeitsschutz

Allgemeine Sicherheitsnormen für komplexe Systeme

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Der Fokus dieser Norm liegt demzufolge auf Strukturanforderungen sowie „bewährten“ Komponenten und Prinzipien. Die Sicherheitsintegrität wird erreicht durch Fehlererkennung (Diagnose) und Redundanz (mehrkanalige Struktur). Die Anforderungen an das Sicherheitsmanagement sind ziemlich verschwommen und vage formuliert: Der Entwickler muss garantieren, dass die sicherheitsrelevante Funktion allen Anforderungen genügt, die im Ergebnis der Risikoanalyse festgeschrieben wurden.

C-Normen beziehen sich auf spezielle Maschinen

Die abgeleiteten Applikationsnormen, auch C-Normen genannt, enthalten alle Sicherheitsanforderungen für eine spezielle Maschine oder Maschinenbauart. Als Beispiel sei EN 693 genannt, die die Sicherheitsanforderungen für hydraulische Pressen beschreibt. Hunderte C-Normen wurden bereits publiziert, die wiederum auf die EN 954-1 verweisen, so dass die Norm EN 954-1 zur Referenznorm für den Maschinenbau wurde.

Die IEC 61508 bringt nun einen neuen Ansatz ins Spiel und hat die funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbarer elektronischer Systeme im Fokus. Als während der 70er und 80er Jahre die Anwendung von komplexen und/oder programmierbaren elektronischen Systemen zunahm und entsprechende spezifische Probleme entstanden, wurde schnell klar, dass ein grundlegender Leitfaden fehlte.

Systematische Fehler entstehen oft schon in der frühen Produktentwicklung

Insbesondere im Bereich der Software-Entwicklung wurde (und wird immer noch) die Wahrscheinlichkeit, einen systematischen Fehler schon in der Design-Phase zu implementieren, komplett unterschätzt. Die Analyse von Unfällen zeigt mit erschreckender Konstanz, dass etwas 40% aller Fehler bereits während der Spezifikation entstehen.

Leider können diese systematischen Fehler nicht vollständig beherrscht werden – sie müssen, soweit möglich, vermieden werden. Ein detailliertes Qualitätsmanagementsystem basierend auf dem „Vieraugenprinzip“ dient hier als klassischer Ansatz, was sich die IEC/EN 61508 zur Grundlage machte. Dieses umfangreiche Werk befasst sich mit der funktionalen Sicherheit und wurde ursprünglich geschrieben für

  • Hersteller und Anwender programmierbarer sicherheitsrelevanter Systeme,
  • Verfasser sektororientierter sicherheitsrelevanter Normen, unter anderem für Prozessindustrie (IEC/EN 61511), Eisenbahn (EN-50128-Reihe), Medizin (IEC/EN-60601-Reihe), Maschine (IEC/EN 62061), Brennersteuerung (EN 50156).

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