Lagebesprechung AMB-Fokus – Pendeldiplomatie in puncto Konjunktur

Quelle: Landesmesse Stuttgart 5 min Lesedauer

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Es war das Reizthema! „Zölle auf Elektroautos“, weswegen Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) Ende Juni zu einer heiklen Mission nach China aufbrach ...

Der deutsche und europäische Maschinenbau spielt eine wichtige Rolle bei Automobilherstellern. Doch die Angst vor Zöllen auf chinesische Elektroautos geht um. Vielleicht lohnt sich deshalb ein Besuch der AMB 2024 in Stuttgart in Sachen Innovationen für die Metallver- und -bearbeitung.(Bild:  Landesmesse Stuttgart)
Der deutsche und europäische Maschinenbau spielt eine wichtige Rolle bei Automobilherstellern. Doch die Angst vor Zöllen auf chinesische Elektroautos geht um. Vielleicht lohnt sich deshalb ein Besuch der AMB 2024 in Stuttgart in Sachen Innovationen für die Metallver- und -bearbeitung.
(Bild: Landesmesse Stuttgart)

Heikel war diese Mission, weil Habeck in Europa kein uneinheitliches Bild abgeben wollte. Doch mit Blick auf die heimische Wirtschaft sollten Zölle auf chinesische E-Fahrzeuge unbedingt vermieden werden. Denn immerhin betreiben die großen deutschen E-Auto-Hersteller in China große Werke. Sie gehörten damit zu den größten Lieferanten von Elektroautos aus China nach Europa. Und noch ein weiteres Thema geisterte durch die Flure des Wirtschaftsministeriums. Dabei ging es um die Sorge vor Vergeltungszöllen auf aus Deutschland nach China gelieferte Verbrennerfahrzeuge. Wenn die kämen, wäre das ebenfalls kein gutes Szenario für die deutsche Wirtschaft. Mit seiner Reisediplomatie wollte Habeck also verhindern, dass der bereits schrumpfende Markt in sich zusammenfällt. Denn er weiß genau, was in der Heimat alles von der Autoproduktion abhängt.

Deutsche Werkzeumaschinen-Hersteller fürchten Handelskrieg

Dazu zählt auch die hohe Abhängigkeit der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie von Automobilherstellern und ihren Zulieferern. Zwar sank der wertmäßige Anteil von 42 Prozent (2019) auf 31 Prozent (2021), aber dennoch sind das Fräsen von Motorblöcken, das Drehen von Wellen und das Umformen von Blechen die wichtigsten Wertschöpfungstätigkeiten der Werkzeugmaschinen-Anwender. Wie der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) in seinem Marktbericht 2023 zudem feststellt, verliert der Automobilbau (OEM) im Vergleich zu 2019 zwar erheblich an Bedeutung, bleibt aber die größte Abnehmerbranche.

Auch bei diesem Aspekt müsse man nicht lange nach Gründen für diesen Trend suchen. So konstatiert der VDW als wesentliche Ursache für die Abnahme des Automobilsektors den Transformationsprozess in der Branche mit einer zunehmenden Verlagerung der Investitionen in Richtung Elektromobilität. Einen Handelskrieg mit dem größten Absatzmarkt seiner im Wandel befindlichen Kundengruppe könne in dieser Situation also auch niemand aus der Werkzeugmaschinenbranche gebrauchen.

Die deutschen Werkzeugmaschinen-Bauer stellen sich breiter auf

Diversifizierung ist eine weitere Entwicklung im deutschen Maschinenbau. Alle zwei Jahre wird nämlich eine Untersuchung der Kundenstruktur der VDW-Mitgliedsfirmen durchgeführt. Immerhin beteiligten sich im Jahr 2021 etwa 50 Unternehmen daran, die insgesamt rund 12.300 Maschinen im Wert von 4,6 Milliarden Euro meldeten. Auch wenn die aktuellsten Daten im Report aus 2023 noch nicht vorlagen als dieser Bericht entstand, bestätigt sich der Trend eindeutig. Und schon vor drei Jahren galt, was für dieses Jahr erneut zu erwarten ist. Und zwar, dass die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie sich breiter aufstellt. Die Zahlen zeigten klar, dass die Abnehmerbranchen deutlich diversifizierter seien als noch vor einigen Jahren. Bereits 2019 hatten die drei größten Kundengruppen Maschinenbau, Automobilhersteller und -zulieferer einen Anteil von zwei Dritteln, während es zwei Jahre später nur noch 60 Prozent waren. Die Automobilindustrie steht dabei für etwa ein Drittel, während es im Jahr 2019 noch 42 Prozent waren. Der Maschinenbau selbst als Abnehmer von Werkzeugmaschinen steigerte seinen Anteil und zeigt sich ebenfalls diversifiziert: Der Werkzeugmaschinenbau mit einem Anteil von 5,3 Prozent, Stanz- und Zerspanungswerkzeuge mit etwas über 4 Prozent und die Antriebstechnik mit 1,3 Prozent sind im weiteren Verlauf die wichtigsten Teilbranchen.

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