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Als erstes sind die fachlichen Anforderungen an die Schnittstelle zu definieren. Für welche Geschäftsvorfälle soll die Schnittstelle eingesetzt werden?
Anforderungen an Schnittstelle klar definieren
Die Anforderung kann beispielsweise den Versand einer EMCS-Meldung, eine Ermittlung von Lagerbeständen oder auch eine Veränderung in bestehenden Geschäftsvorfällen beinhalten. Zielstellung der fachlichen Anforderungen ist es, insbesondere den Aufgabenbereich der Schnittstelle aus fachlicher Sicht klar abzugrenzen.
Im nächsten Schritt gilt es, die Geschäftsvorfälle genauer zu beschreiben. Diese sollten Geschäftsobjekte bis auf Feldebene betrachten, dabei sind jedoch Aspekte wie Datentypen, Datenbanktabellen oder XML-Strukturen außer Acht zu lassen. In Standardsystemen wie SAP ist eine einfache Verfahrensweise – bestehende Dialoge und Listen mit Beispieldaten – als Grundlage für die Schnittstellendefinition zu verwenden.
Wichtige fachliche Zieldefinition der Schnittstelle
Die fachlichen Anforderungen sollten zudem explizit definieren, welche fachlichen Ziele mit einer Schnittstelle verfolgt werden. Beispielsweise könnte eine Schnittstelle zur Ermittlung von Lagerbeständen innerhalb eines automatisierten elektronischen Bestellvorgangs für eine Verfügbarkeitsprüfung verwendet werden. Ein solcher Prozess würde bedingen, dass die Schnittstelle sehr stabil und hoch verfügbar entwickelt ist, um den Anforderungen des Bestellprozesses zu genügen.
Eine andere Zieldefinition für die Ermittlung von Lagerbeständen wäre deren Auswertung in einer Statistik. In diesem Fall müsste die Schnittstelle darauf ausgelegt sein, Bestandsanfragen für sehr große Mengen von Materialien performant zu beantworten. Ebenfalls sind bei Zielstellungen Veränderungen in bestehenden Prozessen zu benennen. Die Implementierung eines EMCS-Verfahrens würde etwa in die Standardabläufe von „Sales and Distribution“ (SD) und „Materials Management“ (MM) eingreifen und diese an definierten Punkten blockieren.
Geschäftsvorfälle, Schnittstellen und Zieldefinition strikt trennen
In der Praxis hat sich bewährt, die Geschäftsvorfälle, Schnittstellen und die Zieldefinition strikt voneinander zu trennen, da hierdurch weniger Unklarheiten entstehen.
Nach Abschluss der Fachkonzeption ergeben sich in der weiteren Projektfolge häufig Fragestellungen, die im Rahmen der Fachkonzeption noch nicht berücksichtigt wurden. Bei lang laufenden Projekten können sich die Anforderungen ebenfalls häufig ändern. Aus diesem Grund sollte ein Fachverantwortlicher aus dem für die Fachkonzeption zuständigen Team benannt werden, der den Entwicklern und Architekten in den folgenden Projektphasen als Ansprechpartner zur Verfügung steht.
Machbarkeit der Fachanforderungen an die Schnittstellen frühzeitig prüfen
Ziel der Machbarkeitsprüfung ist es, die Fachanforderungen, bestehend aus Geschäftsvorfällen und Zieldefinition, auf deren Umsetzbarkeit frühzeitig im Projekt zu prüfen. Im Fall einer Standardsoftware wie SAP muss dies vor dem Hintergrund geschehen, dass diese nur in begrenztem Umfang anpassbar ist.
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