Logistik-Software

An Schnittstellen wird der Faktor Mensch unterschätzt

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Unter Aspekten der Wartung und des Betriebs muss eine zum SAP-Standard konforme Umsetzung erfolgen. Die Machbarkeitsprüfung muss dabei vor der eigentlichen technischen Konzeption erfolgen, da sie einen hohen Einfluss auf diese hat und zudem zu einer Überarbeitung der Fachanforderung führen kann. Klassischerweise führen Systemarchitekten die Machbarkeitsprüfung durch.

Bei lesenden Schnittstellen sollte betrachtet werden, ob diese Massenzugriffe durchführen oder als Onlineschnittstelle (mit Dialogeinbindung) fungieren sollen. Massenzugriffs-Schnittstellen müssen mit großen Datenmengen umgehen können. Problematisch hieran sind vor allem die Datenbankzugriffe sowie zu geringe Time-out-Zeiten.

Batch-Input kann helfen

Bei schreibenden Schnittstellen liegt ein Grundproblem in der Verfügbarkeit von Bapi/Idoc im Bereich des SAP-Standards. Zwar sind für die meisten Module Bapi vorhanden, ob diese den gewünschten Funktionsumfang zur Verfügung stellen, ist aber jeweils kritisch zu prüfen.

Ein sehr häufig auftretendes Problem stellt beispielsweise die Auszifferung von FI-Belegen dar, für die es kein Bapi gibt. Hat man diesen Umstand nicht konzeptionell berücksichtigt, steht man bei der Implementierung vor größeren Problemen.

Ausweichmöglichkeiten stellen Batch-Input-Verfahren dar. Diese sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da sie einen hohen Entwicklungsaufwand erfordern und obendrein fehleranfällig sind. Ferner eignet sich der Einsatz von Batch-Input nicht für Dialoge, welche das SAP-Control-Framework (Enjoy-Transaktionen) nutzen.

Möglichkeit von Veränderungen in Standardabläufen prüfen

Bei Veränderungen in Standardabläufen muss sichergestellt sein, dass sich diese mithilfe von Exits, Badi oder BTE realisieren lassen. Es empfiehlt sich in jedem Fall, diese testweise zu implementieren, um zu prüfen, ob der Standardprozess in der gewünschten Art und Weise beeinflussbar ist.

Das Ergebnis der Machbarkeitsprüfung hat sicherzustellen, dass die geforderten Geschäftsvorfälle mit ihren Zieldefinitionen im SAP-System möglichst ohne Modifikation des Standards umsetzbar sind. Dies betrifft sowohl die zuvor erwähnten Verfügbarkeiten von Bapis/Idocs und Exit-Funktionalitäten als auch das kundenindividuelle Customizing des Systems.

Nach Abschluss der Machbarkeitsprüfung technisch Verantwortlichen benennen

Zu Ende dieser Phase sollte ein technisch Verantwortlicher für den folgenden Projektverlauf benannt werden. Er verantwortet die gesamtheitliche Funktion der Schnittstelle und führt die Abstimmung zwischen den verschiedenen Parteien durch.

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