Logistik-Software

An Schnittstellen wird der Faktor Mensch unterschätzt

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Neben der üblichen technischen Konzeption (Datenmodell, Architektur, Klassendiagramme) muss bei Schnittstellen ein besonderes Augenmerk auf integrative Aspekte gelegt werden. Ein Konzept, welches den übergreifenden Prozessablauf der Schnittstelle beschreibt und zudem definiert, wie die Systeme in Fehlersituationen zu reagieren haben, erspart viel Ärger bei der Umsetzung.

Schnittstellen möglichst nah an Standards ausrichten

Schnittstellen, die der Umsetzung von standardisierten beziehungsweise gesetzlich vorgegebenen Prozessen dienen, ist besondere Beachtung zu schenken. Hierzu zählen insbesondere Schnittstellen im Bereich Abgaben/Zoll.

Grundsätzlich gilt hier die Empfehlung, die Schnittstelle so nah wie möglich, bis in das SAP-System hinein, an den Standards auszurichten. Dies gilt auch dann, wenn einige Informationen der Standardschnittstelle nicht verwendet werden. Die Kosten für die zukünftige Weiterentwicklung der Schnittstelle, abweichend vom Standard, sind sicherlich nicht zu rechtfertigen.

Keine Schnittstellen-Sonderentwicklungen

Grundlage für die Qualitätsprüfung ist immer die Fachanforderung. Die Qualitätsprüfung soll sicherstellen, dass die technische Konzeption alle Ziele, Anforderungen und Inhalte der Fachanforderung abdecken kann. Ferner sollen eventuell vorhandene Hinweise aus der Machbarkeitsprüfung erneut hinterfragt werden.

Beim Einsatz von Standardsoftware sollte man bedenken, dass die gewünschten Schnittstellen möglichst mit den Mitteln des Standards zu implementieren sind. Damit wird eine Sonderentwicklung vermieden, die zukünftig hohe Wartungs- und Betriebskosten verursachen würde.

Das Auftreten von Fehlern lässt sich auch bei noch so guter Entwicklungsarbeit nie vermeiden. Dementsprechend muss sichergestellt sein, dass die Reaktion auf technische Fehler an der Schnittstelle mit den Fachanforderungen vereinbar ist.

Auch beim Test haben Schnittstellen ihre Besonderheiten

Sowohl bei der Umsetzung als auch beim Test besitzen Schnittstellen einige Besonderheiten gegenüber klassischer Software. An erster Stelle ist die Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten zu nennen. Bei der Umsetzung kann keiner der beteilig-ten Entwickler seine Software vollständig testen, ganzheitlich kann dies nur gemeinsam mit allen Entwicklern geschehen.

Dies verursacht deutlich höhere Abstimm- und Koordinationsaufwände. Die Koordination der Umsetzung regelt der technisch Verantwortliche. Darauf zu hoffen, dass integrative Entwicklertests während der Entwicklung „von alleine“ im Rahmen der üblichen Entwicklertests stattfinden, hat sich selten bewährt.

Benedikt Kleine Stegemann ist Senior Consultant bei der NundP ES GmbH in 20457 Hamburg

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