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Anlagensicherheit

Anlagen als sichere Arbeitsmittel in Verkehr bringen

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Die Europäische Union führte die CE-Kennzeichnung ein

Den gesetzlichen Hintergrund bietet die Europäische Union. Die CE-Kennzeichnung hatte die EU zur Orientierung eingeführt und relevante sicherheitstechnische Anforderungen und Richtlinien vorgeschrieben, die im Rahmen der Inverkehrbringung von Maschinen zu erfüllen sind. Im Allgemeinen nehmen Hersteller von Maschinen die Konformitätsbewertung selbst vor, erstellen die erforderliche Konformitätserklärung und versehen das Produkt mit dem CE-Zeichen. Eine Benannte Stelle muss nur bei Maschinen mit erhöhtem Risiko – sogenannten Anhang-IV-Maschinen wie Pressen oder Kunststoffspritzgießmaschinen – am Bewertungsverfahren beteiligt werden. Das CE-Kennzeichen ist dann mit der vierstelligen Kennnummer der benannten Stelle versehen.

Die Konformitätsbewertung ist ein geregeltes Verfahren, ein mehrstufiger Compliance-Prozess (Konformitätsprozess). Zunächst müssen alle relevanten Richtlinien identifiziert und die spezifischen Bedingungen für das Produkt beziehungsweise die Anlage und die einzelnen Subkomponenten ermittelt werden. Die komplexe Anlage muss zunächst in ihre Komponenten und funktionalen Teilanlagen zerlegt und auf Konformität mit den entsprechenden Normen und Richtlinien untersucht werden. Des Weiteren sind die sicherheitsrelevanten Wechselwirkungen durch das Zusammenwirken der Maschinen zu überprüfen. Liegen dabei ein produktionstechnischer Zusammenhang oder eine sicherheitstechnische Verknüpfung vor, erfolgt die Risikobeurteilung aller Teilsysteme gemeinsam.

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Die Risikobeurteilung sieht sowohl die Prüfung der Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen der Maschinen und Anlagen als auch eine Funktions- und Gefahrenanalyse vor.

Veränderte Maschinenerneut prüfen

Indem Änderungen an bereits in Verkehr gebrachten Maschinen zum Beispiel durch Leistungssteigerungen, Funktionsänderungen oder Änderungen der Sicherheitstechnik untersucht werden, können mögliche Gefahren frühzeitig identifiziert und Handlungsoptionen zur Risikoreduzierung aufgezeigt werden. Es kann dann durchaus passieren, dass die veränderte Maschine oder Anlage das CE-Konformitätsverfahren erneut durchlaufen und für CE-konform erklärt werden muss. Alle Analyseergebnisse müssen zu jedem Projektzeitpunkt rückwirkend Einzug in die Produktentwicklung erhalten, sodass durch diesen iterativen Prozess ein Maximum an Sicherheit gewährleistet wird. Ebenso fließen Änderungen bei der Entwicklung in die Risikobewertung mit ein. Die Prüfung der Betriebs- und Wartungsunterlagen sowie der technischen Dokumentation auf Vollständigkeit, Plausibilität und Nachvollziehbarkeit erfolgt in einem weiteren Schritt. Auf diesen Ergebnissen basiert dann die rechtlich bindende Konformitätserklärung für die Gesamtheit der Maschinen beziehungsweise Anlage sowie die abschließende CE-Kennzeichnung.

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