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Anlagensicherheit

Anlagen als sichere Arbeitsmittel in Verkehr bringen

| Autor/ Redakteur: Markus Schäll und Rolf Zöllner / Mag. Victoria Sonnenberg

Technische Anlagen werden immer komplexer. Die Risiken verketteter Baueinheiten und deren Wechselwirkungen aufeinander müssen die Hersteller bewerten, bevor sie eine Anlage in Verkehr bringen dürfen. Mit einer zuverlässigen Risiko- oder Gefährdungsbeurteilung entstehen CE-konforme Arbeitsmittel.

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(Bild: TÜV Süd Industrie Service)

Um Maschinen und Anlagen in der Europäischen Union in Verkehr zu bringen, ist die CE-Kennzeichnung Pflicht. Sie bescheinigt die Konformität mit allen relevanten EU-Richtlinien. Weil komplexe Anlagen meist aus mehreren verketteten Teilanlagen bestehen, können für die einzelnen Teile unterschiedliche Richtlinien gelten. Das ist in der Praxis jedoch noch nicht ausreichend bekannt. Hersteller technischer Anlagen müssen das Verfahren zur Konformitätsbewertung selbst vornehmen. Fallweise muss dies von einer Benannten Stelle bestätigt werden.

CE-konforme Anlagen sind ein Muss für die Arbeitssicherheit

Der ausschließliche Einsatz von CE-konformen Anlagen ist auch grundlegend für die Arbeitssicherheit. Denn CE-konforme Anlagen verfügen in der Regel über eine solide Risiko- oder Gefährdungsbeurteilung, die alle sicherheitsrelevanten Aspekte über den gesamten Lebenszyklus durchleuchtet. Unvollständige oder nicht ausreichende Risiko- oder Gefährdungsbeurteilungen können sich entsprechend negativ auswirken. Die Produktsicherheit leidet und in der Folge die Betriebs- und nicht zuletzt die Arbeitssicherheit. Im Interesse einer sicheren Arbeitsumgebung für die Mitarbeiter und bei der Unfallprävention muss darauf also besonderes Augenmerk gelegt werden. Im Schadensfall haftet bei einer fehlerhaften CE-Bewertung der Hersteller oder die Benannte Stelle.

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Aber gerade der Prozess der Risiko- und Gefährdungsbeurteilung für die CE-Kennzeichnung fordert die Hersteller heraus, insbesondere, wenn Anlagen wie Transferstraßen, Befüll- oder Mischanlagen betroffen sind, die aus einer Vielzahl von meist sicherheitstechnisch zusammenhängenden – „verketteten“ – Einzelgewerken bestehen. Dort ist eine ganzheitliche Beurteilung gefragt.

Relevante Wechselwirkungen frühzeitig erkennen

Am Beispiel der Maschinenrichtlinie kann dies exemplarisch aufgezeigt werden: Wann liegt eine „Gesamtheit von Maschinen“ vor und wie kann die Risikobeurteilung alle Teilsysteme abdecken? Und welchen Stellenwert hat die Maschinenrichtlinie (siehe Infokasten)? Es gilt, mögliche sicherheitsrelevante Wechselwirkungen der Teilmaschinen frühzeitig zu erkennen und zu bewerten. Unabhängige Experten wie von TÜV Süd Industrie Service unterstützen Hersteller und Inverkehrbringer von Anlagen dabei. Bereits bei der Planung und Entwicklung sollte überprüft werden, ob die sicherheitstechnischen Anforderungen nach den geltenden Richtlinien und Standards eingehalten werden. Das vermeidet nachträgliche Änderungen, weil sich Abweichungen frühzeitig erkennen lassen.

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