Die Hannover Messe will wieder zur großen Innovationsschau der Industrie werden – erneut ganz im Zeichen der digitalen Transformation. Ein großer Treiber für die Herausforderungen ist die Antriebs- und Fluidtechnik, wie bei einer Pressekonferenz beim VDMA ersichtlich wurde.
Die Antriebs- und Fluidtechnik im VDMA sowie die Deutsche Messe luden zu einer gemeinsamen Pressekonferenz im Vorfeld der Hannover Messe ein.
(Bild: Rainer Jensen / VDMA)
Die Corona-Pandemie ist vorüber, doch die digitale Transformation ist weiterhin im Gange – auch auf der Hannover Messe. Unter dem diesjährigen Leitthema „Industrial Transformation – Making the Difference“ sollen allerdings erstmals Lösungen für eine ressourceneffiziente, klimaneutrale und resiliente Produktion im Mittelpunkt stehen. Sowohl der VDMA als auch die Deutsche Messe sehen in der Weltleitmesse der Industrie die einzige Veranstaltung, auf der das Zusammenspiel der führenden Unternehmen aus dem Maschinenbau, der Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft erlebbar werde. Damit kann das Event Lösungen auf die aktuellen Herausforderungen wie hohe Energiekosten oder die Reduktion des CO2-Fußabdrucks liefern.
Antriebs- und Fluidtechnik sind die Innovationstreiber
Laut Dr. Jochen Köckler spielt der Kampf gegen den Klimawandel auf der diesjährigen Hannover Messe eine Schlüsselrolle.
(Bild: Stefanie Michel)
Für Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG spielt der Kampf geben den Klimawandel eine Schlüsselrolle auf der diesjährigen Hannover Messe. „Im April präsentieren die Aussteller ganz konkrete Lösungen für mehr Effizienz, um dem Klimawandel zu begegnen und schon in absehbarer Zeit eine CO2-neutrale Produktion zu ermöglichen. Dabei spielen Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Wasserstoff eine herausragende Rolle“, so Köckler.
Die Unternehmen aus der Antriebs- und Fluidtechnik zählen laut Köckler mit ihrer hohen Innovationskraft traditionell zu den größten und nachhaltigsten Innovationstreibern auf der Hannover Messe. Für Hartmut Rauen, Geschäftsführer der Fachverbände Antriebstechnik und Fluidtechnik im VDMA, ist das nicht verwunderlich, liefern diese Branchen doch die „Legosteine“ für den Maschinenbau.
Digitalisierung in der Antriebstechnik und Fluidtechnik
Auch die Transformation der Antriebstechnik und Fluidtechnik läuft auf Hochtouren. Trotz vieler globaler Herausforderungen können die beiden Branchen laut VDMA eine hervorragende wirtschaftliche Entwicklung aufweisen. Sie spielen eine Schlüsselrolle bei Industrie 4.0 und liefern Komponenten für Lösungen in den Bereichen Klimaschutz und Ressourceneffizienz.
Hartmut Rauen: „Wir sind mit dem Maschinenbau ein wesentlicher Teil, um die digitale Transformation zu realisieren.“
(Bild: Stefanie Michel)
„Die Komponenten der Antriebs- und Fluidtechnik sind die zentralen Bausteine der Maschinen für Kraft und Bewegung, aber auch als Datenquelle für digitale Mehrwertdienste und entscheidend für die Performance der Kundenprodukte – das zeigen wir auf der Hannover Messe“, betont Rauen. Zudem tragen Antriebstechnik und Fluidtechnik mit Leistungsbausteinen sowie smarten, effizienten Komponenten und Systemen aktiv zum Klimaschutz bei.
Den Beweis traten je drei Mitgliedsunternehmen aus den beiden Fachverbänden Antriebstechnik und Fluidtechnik auf der Pressekonferenz an und gaben Einblick in die Highlights ihres Messeauftritts:
Neugart: Sven Borho, Teamleiter Produktmanagement, zeigte anhand der Getriebeauswahl, wie man im Unternehmen Prozesse digitalisiert. Bereits vor der Bestellung ist eine softwarebasierte Getriebeauslegung und die Auswahl anwendungsspezifischer Getriebe möglich. Damit können auch interne Prozesse automatisierter und planbarer ablaufen. Der Kunde profitiert letztendlich von kürzeren Lieferzeiten und zusätzlichen Online-Services zu seinem Getriebe.
Baumüller: Bei Geschäftsführer Andreas Baumüller stand das Monitoring des Energieverbrauchs von Antriebssystemen im Vordergrund. In bestehenden Anlagen lässt sich eine Analyse des Energieverbrauchs für jede Achsen in Echtzeit direkt im Gerät durchführen. In der Maschinenvisualisierung werden die Werte dargestellt und liefern die Grundlage für die Ermittlung des CO2-Fußabdrucks auf Produktebene.
Ringspann: Ernst Fritzemeier, Geschäftsleiter Technik, präsentierte die neue Baureihe elektromagnetischer Industriebremsen MV, die durch ihre kompakten Abmessungen Maschinenbauern ein effizienteres Design ermöglichen sollen. Durch die neue Elektronik und die optimale Nutzung der Magnetkräfte verbraucht die Bremse laut Fritzemeier nur sehr wenig Strom.
Bosch Rexroth: Mit der Plattform H4U soll Software und Digitalisierung die Industriehydraulik nachhaltiger gestalten. Wie Dr. Steffen Haack, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG und Vorsitzender des Fachverbands Fluidtechnik im VDMA zeigt, werden hydraulische Regelungsfunktionen in H4U.apps realisiert – eine Abkehr von der hardwaregebundenen Regelungstechnik.
Festo: Dass auch die Pneumatik durch Software effizienter und kontrollierter werden kann, stellte Dr. Ansgar Kriwet, Vorstandsmitglied von Festo, vor. Diese „Controlled Pneumatics“ sollen mit geringen Investitionskosten und gleichzeitig geringem Energieverbrauch punkten.
Emerson: Frank Seehausen, VP Global Engineering Machine Automation bei Emerson, stellte die Konnektivität und Digitalisierung in der Fluidtechnik in den Mittelpunkt. Das Unternehmen stellt Komponenten, Gateways und Software bereit, um Prozesse und Maschinen zu überwachen. So lassen sich Verbräuche optimieren und die CO2-Emissionen reduzieren.
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen erfolgreich
Im Vergleich zum Vorjahr sind die Umsätze in der Hydraulik und Pneumatik 2022 um 10 %, der Antriebstechnik um 12 % gestiegen.
(Bild: VDMA)
Die Unternehmen der Fachverbände Antriebstechnik und Fluidtechnik können auf ein erfolgreiches Jahr 2022 zurückblicken. Eine lang anhaltend gute Auftragslage und hohe Auftragsbestände haben in der Fluidtechnik zu einem Branchenumsatz von etwa 9,5 Milliarden Euro und in der Antriebstechnik von knapp 18 Milliarden Euro geführt, das sind Rekordwerte. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sind die Umsätze in der Hydraulik gegenüber dem bereits sehr guten Vorjahr nominal um mehr als 10 Prozent auf etwa 6,5 Milliarden Euro gestiegen. In der Pneumatik liegt der Umsatz bei gut 3 Milliarden Euro, was ebenfalls einem nominalen Zuwachs von etwa 10 Prozent im Vergleich zu 2021 entspricht. Die Antriebstechnik verzeichnet eine vorläufige nominale Umsatzsteigerung von knapp 12 Prozent.
Für das Jahr 2023 ist die Entwicklung schwer prognostizierbar. Die Auftragseingänge haben sich zwar gegen Ende des letzten Jahres etwas abgeschwächt. Allerdings spielt hier auch der Basiseffekt des sehr guten Vorjahres eine Rolle, zudem sind bei einigen Kunden die Läger gefüllt. Insgesamt geht der Vorstand des Fachverbandes Fluidtechnik für dieses Jahr von einem Umsatzwachstum der Branche von nominal 2 Prozent aus (Hydraulik und Pneumatik jeweils + 2 Prozent). Der Vorstand der Antriebstechnik erwartet ein nominales Plus von 3 Prozent.
Fakten
Die Hannover Messe 2023 im Überblick
Termin: 17.-21. April 2023
Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 18 Uhr
Tickets: Tagesticket für 34 Euro, Dauerticket für 87 Euro
Hallenbelegung: Future Hub - Halle 2, Engineered Parts & Solutions - Halle 3, Compressed Air and Vacuum - Halle 4, Automation, Motion & Drives - Hallen 5 bis 9 und 11 bis 12, Energy Solutions - Hallen 11 bis 13, Digital Ecosystems - Hallen 14 bis 17
Guided Tours (vor Ort und hybrid) zu: Manufacturing X, KI in der Fertigung, Energieeffizienz, CO2-neutrale Supply Chain, Wasserstoff, Industrial 5G
VDMA Antriebstechnik und Fluidtechnik auf der Hannover Messe 2023:
Halle 6, Stand A48 und A52: zusammen mit den europäischen Verbänden Cetop und Eurotrans
Halle 6, Stand B57: Firmengemeinschaftsstand mit acht Mitgliedsunternehmen
(ID:49043535)
Stand: 08.12.2025
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