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Neben den applikationsspezifischen Faktoren müssen auch die Kosten für die unterschiedlichen Techniken betrachtet werden. Während die reinen Anschaffungskosten eines CO2-Lasers deutlich geringer ausfallen als die des Faserlasers, holt dieser durch die günstigeren Betriebskosten wieder auf.
Faserlaser bietet deutlich niedrigere Betriebskosten
Er verbraucht weniger Energie (höherer Wirkungsgrad) und benötigt weder Laser- noch Spülgas, was die Betriebskosten niedrig hält. Der Prozessgasverbrauch variiert bei beiden Lasern, sodass hier kein klarer Sieger hervorgeht.
Im Weiteren kommen beim Thema Investition die Kosten einer Maschine und der möglichen Peripherie zum Tragen. Für die Maschine selbst sind zwei Dinge entscheidend: Faserlaser erreichen in dünnen Blechstärken teilweise höhere Geschwindigkeiten. Um diese am Ende aber auch in eine höhere Ausbringung von Teilen umzusetzen, benötigt die Maschine möglicherweise eine bessere Dynamik als bei Verwendung eines CO2-Lasers.
Bei einer Standardmaschine, welche die Prozesseffizienz nicht umsetzen kann, entscheidet allein der höhere Preis des Faserlasers zugunsten des CO2-Lasers. Zusätzlich wird die Strahlführung mit fliegender Optik des CO2-Lasers seit vielen Jahren so gut beherrscht, dass eine Lichtleitfaser auch nicht zwangsläufig billiger sein muss.
Blechverkleidung schirmt den Faserlaser ab
Weiterhin ist die Strahlung des Faserlasers anders abzuschirmen. Die gesamte Verkleidung muss rundum aus Blech bestehen. Zusätzlich können nur teure Sichtfenster verwendet werden.
Beim CO2-Laser reicht in der Regel eine Verkleidung aus PMMA und eine nach oben offene Maschine. So ist eine Lasermaschine alleine zum Ausführen von Brennschnitten sicherlich mit dem CO2-Laser besser ausgerüstet, denn die Investition bleibt geringer. Prozessvorteile gibt es praktisch nicht, wenn man auf den Faserlaser setzt.
In den Ausführungen konnte gezeigt werden, dass beide Lasertechniken ihre Berechtigung am Markt haben, sich ergänzen, aber auch teilweise überlappen. Daher ist es für den Betreiber einer Maschine sehr wichtig, seine gesamte Laserlösung zu betrachten, nicht nur die Frage Faser- oder CO2-Laser alleine.
Stückkosten geben den Ausschlag für CO2- oder Faserlaser
Der Anwender muss am Ende prüfen, ob die in der Regel geringeren Betriebskosten des Faserlasers reichen, um die höheren Maschinenkosten im Rahmen einer betriebswirtschaftlich sinnvollen Periode zu erwirtschaften. Er muss sich fragen, ob die erzielbare Qualität seinen Ansprüchen genügt und ob die Maschine, der Laser und die Peripherie seine optimalen Lösungen darstellen.
Am Ende gibt es für die Entscheidung immer eine Größe, nämlich die Stückkosten. Diese Größe wird in Euro gemessen und ist zum Beispiel für Schweißaufgaben individuell zu ermitteln.
Oft wird der Faserlaser dort gewinnen, aber die höhere Qualität erzeugt überwiegend noch der CO2-Laser. Beim Laserschneiden sieht man vor allem bei Schmelzschnitten im Dünnblechbereich Lösungen mit Faserlasern vorne, bei überwiegend dicken Blechen und Brennschnitten eher den schon so oft totgesagten CO2-Laser.
* Markus Rütering ist Produktmanager für Laserstrahlquellen bei der Rofin-Sinar Laser GmbH in 22113 Hamburg
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