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Fräsender Gigant Australiens Navy zählt beim U-Bootbau auf Starrag-Maschine

Redakteur: Peter Königsreuther

Die Australische Regierung baut 12 neue U-Boote. Dafür braucht es entsprechend große Zerspanungssysteme. Starrag hat mit einer Gantry-Anlage überzeugt.

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Riese in Down-under: Ein Großprojekt der australischen Regierung erfordert auch große Zerspanungsmaschinen. So wie hier, die von Starrag gelieferte Droop+Rein Gantry 110TT.
Riese in Down-under: Ein Großprojekt der australischen Regierung erfordert auch große Zerspanungsmaschinen. So wie hier, die von Starrag gelieferte Droop+Rein Gantry 110TT.
(Bild: Starrag)

Die australische Regierung (Commonwealth of Australia) hat das französische Unternehmen Naval Group ausgewählt, um eine Flotte von ein Dutzend herausragende U-Boote, die als Attack Class bekannt sind, für die Royal Australian Navy zu liefern. Die Flotte der Attack Class wird in einer modernen U-Bootwerft in Osborne (Südaustralien) gebaut, sagt Starrag.

Die größte in Australien je betriebene Gantry-Maschine

Das „Future Submarine Program“ zielt darauf ab, Australien ein ausgezeichnetes U-Boot zu liefern, das unabhängig gebaut, gewartet und betrieben werden kann. Die Möglichkeiten für eine Beteiligung der australischen Industrie würden in allen Phasen des Programms maximiert. Eine Forderung, die auch für die Zulieferer der Naval Group gilt.

Zu diesen zählt eben auch die Starrag Group. Dr. Marcus Queins, Leiter der Business Unit Large Parts Machining Systems, erklärt: „Wir sind stolz darauf, an diesem Prestigeprojekt Australiens mitwirken zu dürfen.“ Starrag erhielt den Auftrag, weil die vertikale Gantry-Maschine des Typs Droop+Rein G 110TT HR100 C überzeugen konnte. Denn sie ist in der Lage sowohl groß dimensionierte Rumpfteile als auch hochgenaue Komponenten für den U-Bootbau zu bearbeiten. Mit Verfahrwegen von 14.000 mm × 13.000 mm × 3500 mm in X/Y/Z sowie ihrem 11 m durchmessenden Drehtisch wird diese Gantry die größte, jemals in Australien in Betrieb genommene Werkzeugmaschine sein.

Starrag stemmt ein Projekt, das nicht jeder übernehmen kann

Um der Forderung nach lokaler Wertschöpfung nachzukommen, kooperiert Starrag mit dem australischen Werkzeugmaschinenhersteller H&H Machine Tools Australia. Letzterer wird wesentliche Komponenten herstellen, die Installation der Gantry mit Fachpersonal unterstützen und die technische Betreuung für den gesamten Lebenszyklus der Maschine übernehmen. Damit ist das Unternehmen in Zukunft für Service und Wartung zuständig. Starrag sorge für das erforderliche Know-how beim Partner H&H durch Schulungen und Qualitätsüberwachung vor Ort und erfülle damit eine wichtige Forderung von Seiten Australiens und der Naval Group.

Dem Auftrag ging ein umfangreiches Auswahlverfahren voraus, bei dem die Starrag-Gruppe durch ihr langjähriges Know-how und die vielfältige, nicht nur technische Kompetenz, bei der Abwicklung komplexer Großprojekte punkten konnte. Denn einen Auftrag in dieser Größenordnung an einem über 15.000 km entfernten Ort könne nicht jeder Maschinenlieferant stemmen. Für die Starrag Group ist dies kein Problem, heißt es, weil für die lokale Projektarbeit der australische Vertriebspartner H & H Machine Tool Solutions zur Seite steht. Dies bestätigt ein bereits erfolgreich durchgeführtes Projekt in Südaustralien, bei dem Starrag vier Maschinen für den Flugzeugbau liefern durfte.

Größe, Leistung und die Möglichkeit zum Drehen überzeugten

Die Hauptrolle bei der Entscheidung spielte die Größe und Leistungsfähigkeit der zu liefernden Fräsmaschine, die durch den integrierten Drehtisch – bekannt aus der Dörries-Drehmaschinenbaureihe der Starrag Group – auch zu Drehen genutzt werden kann. Für die hohe Präzision der Droop+Rein G 110TT HR100 C zeichnen unter anderem die hydrostatischen Führungen in allen linearen Achsen verantwortlich sowie der thermosymmetrische Aufbau der Schieberfräseinheit, die auch eine integrierte C-Achse hat. Über eine Kopfwechsel-Schnittstelle ist außerdem ein automatischer Fräskopfwechsel möglich.

Für den Einsatz im australischen U-Bootbau wählten die Verantwortlichen fünf verschiedene Bearbeitungsköpfe. Starrag verweist besonders auf den leistungsstarken Gabelfräskopf, der das Werkzeug in jedem beliebigen Winkel anstellen kann, aber auch für schwere simultane 5-Achs-Bearbeitung die erforderlichen Voraussetzungen bietet. Alternativ lassen sich ein gerader und ein Winkelfräskopf mit 100 kW und 7500 Nm Drehmoment einwechseln. Ein Revolverkopf und eine horizontale Planscheibe stehen für Drehbearbeitungen parat.

Alles im Blick, mit verfahrbarer Kabine und Siemens-Bedientafel

Die aus dem Bielefelder Droop+Rein-Werk stammende multifunktionale Großmaschine biete dem Bediener beste Zugänglichkeit, denn er kann in der mit dem Portal verfahrenden, geräumigen Kabine mit der neuesten Siemens-Bedientafel, die bis in 8 m Höhe und in Richtung Tischmitte verfahrbar ist, jede Stelle am Werkstück erreichen.

Nicht zuletzt war entscheidend, dass die Starrag Group mit bereits ausgelieferten Maschinen bei Referenzkunden beweisen konnte, dass die Maschinentechnik sehr robust ist. Dies ermöglicht bei adäquater Instandhaltung einen Betrieb über die gesamte Laufzeit des U-Boot-Programms, denn die 12 geplanten U-Boote werden in den Jahren 2030 bis 2050 ausgeliefert!

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