Fertigungszelle Automation macht Werkzeugbauer fit

Autor / Redakteur: Bernhard Kuttkat / Bernhard Kuttkat

Im Werkzeugbau Ruhla in Seebach bedient ein an der Decke in Längsschienen fahrender Knickarmroboter zwei Senkerodiermaschinen und eine HSC-Fräsmaschinen für die Elektrodenfertigung. Durch diese Automation konnte die Herstellzeit der Elektroden um rund 70% reduziert werden.

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In den vergangenen Jahren stand der Werkzeugbau Ruhla immer wieder vor der Alternative, Arbeit zu vergeben oder die eigene Fertigungskapazität zu erhöhen. Neue Maschinen und geeignete Automationslösungen eröffneten die Möglichkeit, mehr Kapazität zu schaffen und die Fertigungsqualität selbst zu verantworten.

„Im Jahr 2002 haben wir erstmals an einer unserer Senkerodiermaschinen einen Palettenwechsler installiert. Damals gab es bei unseren Mitarbeitern große Widerstände gegen das Projekt“, erinnert sich Geschäftsführer Marco Schülken. Durch diese Automation stieg die Erodierkapazität der zwei Maschinen von 5000 auf etwa 8000 Stunden pro Jahr.

Dennoch mussten insgesamt weitere 3000 bis 4000 Erodierstunden „eingekauft“ werden. Weil allerdings die Qualität nicht immer den Anforderungen entsprach, entschied sich Schülken für einen weiteren Kapazitätsausbau, um die Arbeiten im eigenen Unternehmen ausführen zu können.

Erodierkapazität sollte um 3000 Stunden pro Jahr steigen

Entscheidend für die Akzeptanz einer weiteren Kapazitätserhöhung in Verbindung mit einer umfassenden Automation durch die Mitarbeiter war, dass sie vom ersten Tage der Planung an eingebunden waren. Marco Schülken: „Unser Ziel war es, die Erodierkapazität um weitere 3000 Stunden/Jahr zu steigern, das Elektrodenfräsen und Erodieren zu verbinden und für das Elektrodenfräsen die HSC-Technik einzuführen.“

Investiert wurde in eine HSC-Elektrodenfräsmaschine Mikron HSM 300 Graphite-Master mit 27-fach Werkzeugwechsler. Und für das Senkerodieren wurde die vorhandene Senkerodiermaschine Agietron Impact 2 um eine neue AT Hyperspark 2 HS ergänzt.

Roboter übernimmt das Handling in der Fertigungszelle

Der nächste Schritt war die Automatisierung der drei Maschinen. Im Dialog mit der GF Agie-Charmilles Deutschland entstand die Lösung, einen Knickarmroboter zu verwenden, der „an der Decke fahren“ sollte (Bild 1). So ergab sich das Konzept „Fertigungszelle“. Als Software-Basis für die Verwaltung der Fertigungszelle dient eine System-Software von Zwicker.

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