Zerspanung

Automatisches Schäften verbessert die FVK-Bauteilreparatur

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So wurde im Jahr 2011 ein Projekt zur Automatisierung der Reparaturstellenvorbereitung angestoßen. Dazu hat man leistungsfähige Partner gesucht, um die zeitaufwendige manuelle Reparatur von FVK-Strukturen zu ersetzen. Vor allem das stufenweise Schäften der Reparaturstellen ist arbeitsintensiv. Das Ergebnis ist zu sehr von der ausführenden Person abhängig.

Lagengenaues Schäften ist Basis für erneuerte zugfeste Verbindung

Die Reparaturstelle und der aufzuklebende Patch müssen im Einklang mit den derzeitigen Vorschriften geschäftet werden, damit sich alle Lagen des Faserverbundes zugfest mit denen des Patchs verbinden lassen. Die Primacon Maschinenbau GmbH in Peißenberg hat deshalb als zentrale Komponente eines verbesserten Reparaturverfahrens die mobile Fräsmaschine PM3 entwickelt. Damit lassen sich die Standzeiten drastisch verkürzen und die Güte der Reparaturvorbereitung erheblich verbessern. Die Entwicklung wird auf der Fachtagung Carbon Composites 2012 am 22. November in Augsburg vorgestellt

Bei der Entwicklung handelt es sich um ein mobiles Fünf-Achs-Bearbeitungszentrum, das mithilfe von Saugnäpfen und einer integrierten Vakuumerzeugung an der zu reparierenden Stelle angebracht wird. Laut Primacon-Geschäftsführer Erich Sendelbach digitalisiert die Maschine mithilfe eines Laserlinienscanners die Bauteiloberfläche. Danach kann die Schadstelle in einem vordefinierten Fräsverfahren lagengenau geschäftet werden.

Software sorgt für konturgenaues und automatisches Schäften

Zuvor wird von einer speziell für diese Anwendung entwickelten Software ein Fünf-Achs-Simultanprogramm erzeugt. Die Software Comp R (Composite Repair and Re-Work) stammt von der BCT GmbH in Dortmund. Sie sorgt dafür, dass nun das Schäften auf der Maschine konturgenau und automatisch erfolgt. Eine komfortable und einfache Benutzeroberfläche unterstützt das Einrichten der Maschine.

Für BCT lag – so Geschäftsführer Dr.-Ing. Claus Bremer – eine wesentliche Aufgabe bei der Softwareentwicklung darin, dass beliebige Patchmuster und Schäftungen auf der Maschine gefräst werden können. Die Geometrie der Schäftung oder Stufung wird durch Master-Fräsprogramme vorgegeben.

Generierung der Fräsbahnen ohne Nutzung von CAD-Daten

Für kreisrunde und rechteckige Patches bietet die Software einen integrierten NC-Bahngenerator. Sonderformen können mit konventionellen CAM-Paketen erzeugt und von der Software importiert werden. Die Software simuliert Schäftungen auf „unbekannten“ Bauteilgeometrien. Sie benötigt dazu keinerlei CAD-Daten.

Die von der Software generierten Fünf-Achs-Fräsprogramme werden geometrisch adaptiert und verlaufen konturparallel zur realen Geometrie des Schadensbereichs. Die Softwarelösung von BCT reduziert den Zeitaufwand erheblich und erhöht gleichzeitig die Bearbeitungspräzision bei der Reparaturvorbereitung.

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