Studie

Automobilindustrie steht vor drastischem und schmerzhaften Umbruch

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In dieser Zeit verkauften die Autohersteller weiterhin Jahr für Jahr allein mehr als 14 Mio. Pkw in Europa und schufen so eine kreditfinanzierte Marktübersättigung. Ein ähnlicher Effekt sei für die Zukunft auch von den staatlichen Autoabsatzprogrammen zu erwarten.

Der Automobilindustrie steht die wahre Stunde Null noch bevor

Vinzenz Schwegmann, Managing Director bei Alix Partners und Leiter des European Automotive Teams, sagt: „Die eigentliche Krise der Autoindustrie steht erst noch bevor - wenn die Anreiz-Programme der Regierungen auslaufen, ist die wahre ‚Stunde Null.‘“

Das habe nach Erkenntnissen der Studie seinen Grund aber auch in der Automobilindustrie selbst:. Die Auslastung der Produktionslinien habe bereits vor der Krise bei lediglich 80% gelegen, nun seien es vielfach weniger als 65%.

Autoindustrie leidet schon länger unter Überkapazitäten

Die Folgen der Überkapazitäten seien bereits vor der Wirtschaftskrise sichtbar gewesen: Im Gegensatz zu anderen Sektoren stagnierten die Preise in der Automobilindustrie oder fielen sogar leicht. Seit 2003 seien beispielsweise die Preise im Ausbildungssektor um 35% gestiegen, im Medizinsektor um 25% und im Ernährungssektor um immerhin noch 20%.

Schwegmann erläutert: „Die globale Wirtschaftskrise hat einige Unternehmen der Autoindustrie nur schneller in das Ende der Sackgasse geführt - falsch abgebogen sind sie schon vorher.“

Aus dieser Sackgasse führt nach den Erkenntnissen der Studie nur ein Weg: Eine umfassende Branchenkonsolidierung. Insbesondere Zulieferer könnten die Konsolidierung ihrer Branche gestalten, sei es in Form einer Akquisition oder in Form von Fusionsgesprächen. Die einzige Alternative dazu sei, Opfer der Konsolidierung zu werden.

Produktionsverlagerung in Niedriglohnländer keine Lösung

Untersucht wurden laut Angaben der Unternehmensberatung auch Ausweichstrategien, beispielsweise die Produktionsverlagerung in Niedriglohnländer. Das Ergebnis sei überraschend: Der Kostenvorsprung vieler Niedriglohnländer sei stark gesunken.

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