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Dies betreffe vor allem den deutlich teurer gewordenen Standort China. Zwischen China und den USA betrage der „landed cost“-Unterschied jetzt nur noch 5%. Im „landed cost“-Faktor sind laut Angaben nicht nur die Produktionskosten enthalten, sondern auch Kosten für Transport, Frachtversicherung und weitere Nebenkosten wie beispielsweise Zölle sowie Währungseffekte - also die dem Unternehmen tatsächlich entstehenden Kosten.
Europa muss keine Angst um seine Industrie haben
„Die Strategie, bei Problemen in sogenannte Billiglohnländer auszuweichen, um Waren zu reimportieren, funktioniert künftig nicht mehr“, so Schwegmann. Im Vergleich zu den europäischen Fertigungskosten gelte ähnliches wie für die USA, wenn auch der starke Euro die Rechnung hier derzeit noch etwas ungünstiger aussehen lässt. Diese Entwicklung bedeute, dass die Regierungen der Industrieländer nicht mehr grundsätzlich um den Verlust ihrer industriellen Kerne bangen müssen.
Europäische Zulieferer haben in der Gesamtschau große Potenziale, um zusätzliche Liquidität auch für Akquisitionen freisetzen zu können, heißt es weiter: Bei den Beständen beispielsweise seien die amerikanischen und asiatischen Zulieferer gegenüber ihren europäischen Konkurrenten nach wie vor um bis zu 50% schlanker.
Große Unterschiede innerhalb der Zuliefer-Branche
Riesig seien auch die Unterschiede zwischen den effektivsten und den weniger effektiven Anbietern. „Für einen größeren mittelständischen Zulieferer in Europa errechnen sich daraus ungenutzte Liquiditätsreserven von mehreren Dutzend Mio. Euro, wenn die Lücke zur Spitzengruppe geschlossen wird. Gleiches gilt für das in Forderungen und Verbindlichkeiten gebundene Kapital“, erläutert Schwegmann.
Mittelfristig sind gemäß der Studie Marktbereinigungen und Konsolidierungen zu erwarten. „Selten waren Akquisitionen in der Automobilbranche so erfolgversprechend wie jetzt,“ sagt Schwegmann. Alix Partners rechnet in diesem Zusammenhang auch mit einem Comeback der Private Equity-Investoren. Schwegmann meint: „Sobald sich das gesunkene Potenzial des Marktes auch in den Unternehmensbewertungen widerspiegelt, wird neues Kapital in die Automobilbranche fließen. Mobilität bleibt ein Grundbedürfnis und wird daher auch realistische Renditen erwirtschaften.“
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