Hydrostatik

Bei Schlittenantrieben punktet der hydrostatische Gewindetrieb

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Aufgrund der starken Magnetfelder des Linearmotors sind zusätzliche Maßnahmen zum Schutz von bestimmten Personengruppen (mit Herzschrittmachern, Metallimplantaten, Schwangere) sowie von Gegenständen, die durch starke Magnetfelder beeinflusst werden können (Datenträger, Uhren, Scheckkarten), erforderlich. Der Maschinenhersteller ist an den Hersteller des Linearmotors gebunden, woraus vielfach auch die Bindung an nur einen Steuerungshersteller resultiert.

Magnetkräfte bei Linearmotoren problematisch

Auch bei der Montage an der Maschine bereiten die hohen, permanent wirkenden Magnetkräfte Probleme: Lieferanten der Linearmotoren empfehlen, bei der Montage stets einige nichtmagnetische Keile bereitzuhalten, mit deren Hilfe im Falle eines Unfalls die Motorteile auseinander getrieben werden können.

Das für den Betrieb des hydrostatischen Gewindetriebs nötige Öl muss in das Aggregat zurückgeführt werden. Entweder wird es von einer mit Abstreifern versehenen Mutter in einer Leitung zurückgeführt oder es fließt zusammen mit dem Öl der hydrostatischen Führung in den Tank zurück. Für die hydrostatische Führung, den Gewindetrieb und die Gewindetrieblager kann das gleiche Öl mit gleichem Druck von einem Aggregat verwendet werden, das noch andere Hydraulik- oder Schmieraufgaben erfüllt.

Hydrostatischer Gewindetrieb ersetzt Kugelgewindetrieb mit wenig Aufwand

Bild 3: Ein hydrostatischer Gewindetrieb kann mit relativ wenig Aufwand einen Kugelgewindetrieb in einer Schleifmaschine ersetzen. Bilder: 1 und 2 Hyprostatik, 3 Studer (Archiv: Vogel Business Media)

Maschinen müssen für den Einsatz von Linearmotoren komplett neu entwickelt werden. Dagegen kann ein hydrostatischer Gewindetrieb mit relativ wenig Aufwand einen Kugelgewindetrieb ersetzen. Berücksichtigt man die etwas größere Mutter des hydrostatischen Gewindetriebs bei der Neukonstruktion, so kann der Kunde einen Kugelgewindetrieb oder optional den hydrostatischen Gewindetrieb wählen (Bild 3).

Rund zehn Jahre nach der ersten Auslieferung gehören hydrostatische Gewindetriebe heute zum Standard vieler europäischer Werkzeugmaschinen zur Präzisionsbearbeitung, zum Beispiel von Schleifmaschinen für Nocken- und Kurbelwellen, für Zahnräder zum Universalschleifen. Unrundbearbeitungen mit über 60 Hz und 3000 min–1 am Werkstück wurden realisiert. Erste Gewindetriebe mit 300 kN Axialkraft und rund 3,5 m Länge bearbeiten in Räummaschinen Innenverzahnungen für Automatikgetriebe.

Im Machine Tool Resarch Center in Florida steht eine Fräsmaschine mit hydrostatischen Gewindetrieben und Führungen. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT), Aachen, setzt hydrostatische Gewindetriebe, Fest- und Loslager sowie hydrostatische Führungen unter anderem in einer Ultrapräzisions-Maschine ein.

Robert Schönfeld und Jochen Schönfeld sind Geschäftsführer der Hyprostatik Schönfeld GmbH in 73035 Göppingen.

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