Oberflächenbearbeitung Beim Glatt- und Festwalzen liegt der Unterschied im Ergebnis
Obwohl Glatt- und Festwalzen auf einer plastischen Umformung der Bauteilrandzone basieren, werden damit verschiedene Ziele verfolgt. Beim Glattwalzen ist es die Minimierung der Rauigkeit, beim Festwalzen die Verlängerung der Bauteillebensdauer. Die Folge sind unterschiedliche Strategien und Qualitätskontrollen.
Anbieter zum Thema

Die Anwendungen des Glattwalzens und des Festwalzens reichen vom allgemeinen Maschinenbau über den Automobil-, Motoren- und Flugzeugbau bis zur Kraftwerks- und Medizintechnik. In all diesen Bereichen werden Walzwerkzeuge für die Oberflächenbearbeitung eingesetzt. Ziel ist die Erhöhung der Bauteillebensdauer durch die Kombination von Rauheitsreduzierung, Kaltverfestigung (Härtesteigerung) und Induzierung von Druckeigenspannungen.
Häufig kamen separate Anlagen und Maschinen zur Anwendung
In der Vergangenheit kamen für die Verfahren Glatt- und Festwalzen häufig teure, separate Anlagen und Maschinen zur Anwendung. Heute geht der Trend zu Glatt- und Festwalzwerkzeugen, die Bauteile auf Bearbeitungsmaschinen nach dem Zerspanen glatt- oder festwalzen. Der Grund dafür liegt in wirtschaftlicheren Fertigungsabläufen. Alle Prozesse können in einer Aufspannung geschehen.
Die Verfahren Glatt- und Festwalzen werden oftmals als Rollieren bezeichnet. Zwar sind beide umformende Verfahren zur Beeinflussung der Randzoneneigenschaften eines Bauteils, doch ist es sinnvoll, sie klar voneinander zu trennen – und auch vom Rollieren abzugrenzen. In der VDI-Richtlinie 2032 des Jahres 1979, die grundlegend überarbeitet werden müsste, wird bereits eine Unterscheidung zwischen Rollieren und Glattwalzen vorgenommen. Im Laufe der Jahre wurde der Begriff Rollieren jedoch immer mehr verallgemeinert.
Unterschiedliche Ziele führen zu verschiedenen Entwicklungen
Bezogen auf die Verfahren Glatt- und Festwalzen stehen unterschiedliche Ziele im Fokus: Soll beim Glattwalzen eine bestimmte Oberflächengüte in Form eines spezifischen Rauigkeitswerts erzielt werden, gilt es beim Festwalzen, die Betriebsfestigkeit und damit die Lebensdauer der Bauteile zu erhöhen. Zwar basiert die Steigerung der Bauteillebensdauer auch auf einer Glättung der Oberfläche, doch haben die erzielte Kaltverfestigung und die Induzierung von Druckeigenspannungen in die Randzone einen erheblich größeren Einfluss auf das Ergebnis (Bild 1).
(ID:34819930)