Oberflächenbearbeitung

Beim Glatt- und Festwalzen liegt der Unterschied im Ergebnis

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Ein weiterer Unterschied zwischen beiden Verfahren liegt in der Qualitätsprüfung. Sie ist beim Glattwalzen simpel: Es reicht zum Beispiel eine taktile Messung der Oberflächengüte aus. Beim Festwalzen lassen sich dagegen Parametereinflüsse, zum Beispiel auf die Bauteillebensdauer oder auf den Eigenspannungs-Tiefenverlauf in der Randzone, nur durch Bauteilzerstörung verifizieren. Darüber hinaus sind die qualitativen Korrekturmaßnahmen beider Verfahren unterschiedlich.

Beim Glattwalzen lässt sich ein nicht erreichter Oberflächenkennwert meistens durch wiederholte Bearbeitung erzielen. Beim Festwalzen müssten der Prozesswiederholung im Grunde Tests und Untersuchungen zur Verifizierung der Qualität vorangegangen sein. Das lässt sich jedoch nur mittels zerstörender Prüfverfahren erreichen.

Überwachung wichtiger Parameter sorgt für reproduzierbare Ergebnisse

In der Serienfertigung sind deshalb beim Festwalzen bestimmte Bearbeitungsparameter wie Festwalzkraft und Vorschub strikt einzuhalten. Aus diesem Grund hat Ecoroll eine Prozessüberwachung entwickelt. Diese bedienerfreundliche Entwicklung überwacht und dokumentiert die prozessrelevanten Parameter. Sie ermöglicht eine Vielzahl unterschiedlicher Überwachungsmethoden, die nach Kundenwunsch konfigurierbar sind. Zu den Konfigurationsmöglichkeiten gehören die Eingabe von Serien- und Bearbeitungsnummern, die nachhaltige Speicherung und der Transfer der generierten Daten sowie eine übersichtliche Visualisierung der erzeugten Überwachungskurven.

Einfachste Variante ist das Einstichverfahren

Für beide Verfahren sind unterschiedliche Prozesskinematiken realisierbar. Die einfachste Variante ist das Glatt- oder Festwalzen im Einstichverfahren (Bild 2). Dabei wird die Oberfläche an einer axialen Position mit der Werkzeugspitze kontaktiert, die Walzkraft über einige Umdrehungen aufgebaut und dann über mehrere Umdrehungen auf konstantem Level übertragen. Am Ende wird die Walzkraft wieder abgebaut.

Der zeitliche Auf- und Abbau der Walzkraft hat eine starke Relevanz für das Ergebnis. Verläuft der Kraftauf- oder -abbau zu dynamisch, kann es zu Spannungsgradienten in der Randzone des Bauteils kommen. Das würde einen frühzeitigen Bauteilausfall begünstigen. Durch Hinzuschalten eines Vorschubs wird die Bearbeitung zylindrischer Oberflächen vereinfacht und beschleunigt (Bild 3).

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