Teilereinigung Beim Salzbad-Nitrieren kleiner Lose erleichtert ein Toplader die Teilereinigung
Mit einem Toplader wird die Teilereinigung beim Salzbad-Nitrieren kleiner Losgrößen leichter. Grund dafür ist die gleiche Art der Chargenbeschickung und -entnahme. Aufgrund dieses Vorteils konnte in einer Härterei auf ein Umladen der Chargen verzichtet werden.
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Wärmebehandlung erzeugt Wertschöpfung, Teilereinigung sichert sie. Beide Prozesse sind daher die Hauptglieder von Wertschöpfungsketten in Härtereien. So ist dem Salzbad-Nitrieren immer ein Waschprozess nachgeschaltet, der die verkrusteten Salzrückstände und das haftende Härtereiöl von den Teileoberflächen löst. Das geschieht in der Härterei Weber & Söhne Co. KG, Starnberg bei München, seit kurzem im Spritzverfahren. Dazu wurde ein Toplader mit einer besonders tiefen Reinigungskammer installiert (Bild 1).
Diese Teiliereinigungs-Anlage hat die Perkute Maschinenbau GmbH, Rheine, auf Basis des Topladers SP80 gebaut. Sie ist mit der serienmäßig gebauten Teilereinigungs-Anlage nahezu identisch. Nur die Anlagenhöhe weicht von den Standardmaßen ab, weil die Reinigungskammer tiefer ist. Dadurch hat eine komplette Charge im Toplader Platz. Sie muss nicht mehr von Hand umgeladen werden.
Ganz im Gegensatz zur Zeit vor der Installation, als die Teile noch in einem Tauchbad gereinigt und dazu in vielen Fällen einzeln umgesetzt werden mussten. Das war aufwändig und auf Dauer im Ergebnis auch unbefriedigend. So konnte man das Tauchbad nicht beheizen. Zur Verstärkung des Reinigungseffekts hatten Düsen Druckluft ins Bad geblasen.
Komplette Charge durchläuft am Stück die Reinigungsprozesse
Heute durchläuft eine komplette Charge in einem Stück alle Prozesse. Ein handbedienter Kran versetzt dabei den Chargenträger von Station zu Station. So müssen die Teile erst wieder zum Schluss, beim Verpacken, in die Hand genommen werden. Das ist sonst nur noch am Anfang, beim Zusammenstellen der Charge, erforderlich – nachdem der Prozessablauf festgelegt und die Arbeitskarte ausgestellt wurde. Danach werden die Teile in Körbe gelegt, die aufeinander gestapelt den Chargenträger bilden. Das trägt zur Flexibilität hinsichtlich der Stückzahlen bei. In der Härterei Weber werden Einzelteile bis kleinere Serien behandelt – mit Losgröße 1 bis 10000. Darunter sind viele Kleinteile, die ein Gewicht hinab bis in den einstelligen Grammbereich haben können.
So ist jede Charge eine Herausforderung. Teilegeometrie und -gewicht wechseln häufig. Im Toplader wird daher mit viel Wasser gereinigt. Es wird auf 40 bis 50 °C erwärmt und schräg nach unten durch die Korbwände gespritzt. Das übernehmen Flachstrahldüsen. Sie sind nicht nur oben, unter dem Anlagendeckel, angebracht, sondern auch seitlich in der Kammer im Winkel von 45°, wobei der Düsenquerschnitt im oberen Bereich größer ist.
Dadurch strömt mehr Wasser von Korb zu Korb. Das Ergebnis ist ein Reinigungseffekt wie beim Fluten, was einen zweifachen Vorteil hat: Es kommt auch zur Reinigung der Teile, die nicht direkt von einem Strahl getroffen werden. Außerdem lässt sich der Spritzdruck so weit verringern, dass Kleinteile in den Körben am Platz liegen bleiben. Während der Reinigung wird der zylinderförmige Chargenträger gedreht.
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