Zerspanung Berghoff profitiert vom Schweizer Standort
Die Gelegenheit war günstig: Als die Schweizer Ruag-Holding ihre Tochter Ruag Mechanical Engineering zum Verkauf stellte, griff der Zulieferer Berghoff aus Drolshagen zu, das Unternehmen wurde zur Tochter Berghoff Mechanical Engineering. Von dieser Übernahme haben sowohl die Schweizer als auch die Deutschen profitiert.
Anbieter zum Thema

Beide Unternehmen stellen Baugruppen und Komponenten, beispielsweise für den Maschinen- und Anlagenbau oder die Halbleiterindustrie, her. Und doch haben sie sich ideal ergänzt: „In Deutschland waren wir zwar bei Qualität und Komplexität in der führenden Gruppe, aber nur bis 3,4 m Bauteillänge. Die Schweizer fingen da erst an und gingen bis 5,5 m“, erläutert Berghoff-Geschäftsführer Oliver Bludau, der auch Verwaltungsratsmitglied bei der jetzigen Berghoff Mechanical Engineering ist.
Schweizer Tochtergesellschaft erweist sich als idealer Partner
Mit der Übernahme konnte Berghoff also sein Dienstleistungsportfolio um größere Bauteile erweitern – und beide Unternehmen ergänzten sich sehr gut. „Für uns in Deutschland war es immer schwer, einen Partner zu finden – die Schweizer passen ideal“, sagt Bludau.
Dabei spielen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit auch menschliche Faktoren eine Rolle. „Die Schweizer, in diesem Fall Urner, und wir Sauerländer sind uns von der Mentalität her sehr ähnlich – wir sind beide etwas konservativ und versprechen nicht mehr, als wir halten können“, berichtet der Berghoff-Geschäftsführer. Dabei legt er auch Wert darauf, dass eine Übernahme nicht von oben herab stattfindet: „Wenn wir ein Unternehmen kaufen, hören wir den Leuten erst einmal zu und versuchen, sie über einen längeren Zeitraum zu integrieren. Als Mittelständler haben wir diese Zeit.“
Deutsche und Schweizer entwickeln Vertriebsstrategie gemeinsam weiter
Wie in so einem Fall beide Seiten profitieren können, zeigt sich bei Berghoff in der Vertriebsstrategie: „Früher waren wir in Deutschland sehr stark auf Neukundengewinnung ausgerichtet“, sagt Bludau. Dadurch war Berghoff zwar von den Abnehmerbranchen her diversifizierter, aber vertikal nicht so weit in den Unternehmen integriert. Bei Ruag Mechanical Engineering sei es genau umgekehrt gewesen. „Die hatten fünf bis sechs Kunden, die sie dafür sehr, sehr genau kannten und bei denen sie über alle Einzelheiten Bescheid wussten“, erläutert er. „Zusammen haben wir dann festgestellt, dass beides nicht optimal ist.“ Jetzt gelte es, einen gesunden Mittelweg zu finden zwischen Diversifizierung und vertikaler Integration.
(ID:43413559)