Mecadat / VISI

„BOB der Flaschenmeister“ packt Getränke direkt aus dem Kasten

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Bearbeitungsmerkmale werden automatisch erkannt

Eine echte Zeitersparnis bei der 2- und 2,5-Achsen-Programmierung bietet bekanntlich die automatische Featureerkennung, die VISI mit dem Modul Compass Technologie abdeckt und bei VKT einen der beiden Fräsprogrammierplätze ergänzt. Compass wertet bestimmte Merkmale wie Bohrungen, Gewinde, Passungen, aber auch Rundungen, Kanten oder Frästaschen – Features genannt – am CAD-Modell aus und erzeugt auf Basis hinterlegter Fertigungsdaten hierfür automatisch das NC-Programm. Von den Vorteilen der Featureerkennung profitiert man in Bielefeld übrigens auch beim Drahterodieren mit VISI Peps-Wire, mit dem die Programmierung ansonsten mit derselben selbsterklärenden Bedienlogik abläuft wie beim Fräsen.

CAD-System entwickelt auch Kunststoffprodukte

Beim Bottle-Buddy ist VISI auch bei der Produktentwicklung verwendet worden. Denn die ersten Ideen und Entwürfe sowie das anschließende Design des Flaschenträgers wurden von Alexander Brock damit umgesetzt, was für eine speziell auf die Werkzeugkonstruktion ausgerichtete 3D-CAD-Lösung eher ungewöhnlich ist. Von Vorteil war auch hier der hybride Flächen- und Volumenmodellierer, eine der zahlreichen Stärken von VISI Modelling, der ein ebenso schnelles wie kreatives Arbeiten ermöglicht. „Dabei habe ich während der Entwicklungsphase verschiedene Lösungsansätze in Layer und Layergruppen angelegt. So bestand der Träger ursprünglich aus 31 Bauteilen, die im Laufe der Entwicklung auf 14 Teile reduziert werden konnten, was sich nicht zuletzt günstig auf die Montagekosten auswirkt“, erläutert Alexander Brock. „Alle Teile bestehen ausschließlich aus Kunststoff, ohne Schrauben. Aus Polypropylen (PP), Polyoxymethylen (POM) für die Federmatte und Polyamid mit 30 Prozent Gaskugelfüllstoff für den Rastkäfig.“ Bis der Prototyp endgültig stand, wurden zur Funktionskontrolle zweimal alle Bauteile über die VISI-eigene Schnittstelle als STL-Files exportiert und ‚ausgedruckt‘, also physische 3D-Modelle per FDM-Verfahren und später ein zweites Mal per Lasersintern generiert.

Werkzeuggerechtes Teilekonzept im Vorfeld

Selbstverständlich sind auch die von Alexander Brock benötigten sieben Werkzeuge mit VISI konstruiert worden. Als äußerst hilfreich erwies sich dabei seine jahrelange Erfahrung als Werkzeugkonstrukteur. So sind von ihm im Vorfeld die einzelnen Bauteile hinsichtlich von Merkmalen wie Trennungsverlauf oder Konizitäten gleich so ausgelegt worden, dass sie ‚werkzeuggerecht‘ waren. Da er die Werkzeuge sozusagen ‚im Kopf parallel mitdachte‘, hatte Alexander Brock von Anfang an eine relativ genaue Vorstellung davon, wie das Werkzeug aufgebaut sein wird. Also Eigenschaften wie Zweistufenauswerfer, Schieber, Anspritzung, Klinkenzüge, Einfallkerne oder das sogenannte Gegentauchen, um unnötige Schieber zu vermeiden.

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