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Weg vom Handwerk – hin zur Industrie
Einen Höhepunkt des zweiten Tages bildete der Vortrag von Thomas Seul, Präsident des VDWF, über die Herausforderungen und Chancen von Herstellern aus den DACH-Regionen an den global agierenden Werkzeug- und Formenbau. Die Hersteller könnten demnach heute immer flexibler und genauer werden und um ein vielfaches präziser arbeiten. Dies verlange gleichzeitig nach weiteren Investitionen in Maschinenparks. Für Seul bewegt sich „der Werkzeug-und Formenbau immer weiter weg vom klassischen Handwerk und hin zur industriellen Produktion“.
Mit der immer wiederkehrenden Kernaussage „Die anderen sind auch gut“, und entlang diverser Beispiele aus aufstrebenden Werkzeug- und Formenbaumärkten wie China, Portugal oder Mexico appellierte Seul an die DACH-Hersteller, sich angesichts eines immer stärker werdenden globalen Qualitäts- und Preisdrucks auf die eigenen Stärken zu besinnen: Know-How, qualifizierte Arbeitskräfte und besonders die Fähigkeit, Probleme beim Kunden zu lösen, anstatt bloß Technologien bereitzustellen, seien für ihn der Schlüssel, sich auf alten Märkten zu behaupten und neue zu erschließen. „Preis und Qualität sind Pflicht, Service und Zuverlässigkeit sind hingegen die Kür. Ich würde mir wünschen, dass der Werkzeug- und Formenbau schon in der Phase der Produktentwicklung beim Kunden eingebunden würde, um schon am Anfang die spezifischen Qualitätsanforderungen abschätzen und gemeinsam mit den Kunden Lösungen erarbeiten zu können. Wir haben eine sehr hohe intellektuelle Problemlösungsfähigkeit, das ist ein Vorteil gegenüber anderen Ländern.“
Im Anschluss an den Appell von Thomas Seul ging es in den folgenden Vorträgen wieder um konkrete Lösungen. Andreas Kißler von PSG präsentierte das neuentwickelte Heißkanalkonzept Pipeline, das mit 80 % weniger Leitungen auskommt und dadurch eine wesentlich höhere Werkzeugstabilität gewährleisten könne.
Rudolf Derntl von der Hermle Maschinenbau GmbH stellte im Rahmen des Vortrags „Additive Fertigung mit Hermle Hybridanlagen“ das MPA-Verfahren vor , das die Stärken der subraktiven und der additiven Fertigung verbindet und dadurch hohe Auftragsraten, ein Auftragen auf Freiformflächen und eine geringe Einspannung im Bauteil ermöglicht. Zudem seien mit dem Hybridverfahren auch 3D-Multimaterialien und die Integration von Heißdrähten und Sensorik in Kombination mit Kühlkanälen realisierbar.
Positives Fazit des Veranstalters
Der Veranstaltungsort in Bregenz war nur wenige Kilometer vom Meusburger Hauptsitz in Wolfurt entfernt und damit für den Normalienhersteller ideal gelegen. Interessierte hatten so die Möglichkeit, im Rahmen einer Werksführung einen tieferen Einblick in die Meusburger-Produktionsstätte zu erhalten. Viele Besucher nutzten dieses Angebot für einen kurzen Abstecher nach Wolfurt und konnten so den Besuch der Veranstaltung mit weiterem Anschauungsmaterial abrunden.
„Wir freuen uns sehr über das positive Feedback der Besucher und Aussteller. Die Tatsache, dass die Werkzeug- und Formenbautage ausgebucht waren, motiviert uns, gemeinsam mit unseren Partnern weiter daran zu arbeiten, dass sich dieser Branchentreff in Zukunft etabliert“, resümierte Andreas Sutter abschließend.
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