Geschichte von Low-Code Bringt die dritte Generation von Low-Code den Durchbruch?

Von Kai Schwab*

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Die Vorteile von Low-Code-Lösungen sind seit langem bekannt: Beliebige Mitarbeiter können Datenflüsse erstellen und Prozesse automatisieren. Steht jetzt, in der dritten Generation der Technologie, Low-Code der große Durchbruch bevor?

Low-Code-Plattformen ermöglichen auch nicht-technischen Mitgliedern, komplexe IT-Prozesse zu entwickeln. (Bild:  Crossers Technologies)
Low-Code-Plattformen ermöglichen auch nicht-technischen Mitgliedern, komplexe IT-Prozesse zu entwickeln.
(Bild: Crossers Technologies)

Die Anfänge von Low-Code

Wenn man auf die Geschichte zurückblickt, kann man erkennen, dass für die erste und zweite Generation der Technologie eine ganz andere Definition von Low-Code verwendet wurde. Wir verstehen Low-Code-Plattformen heute in der Regel als visuelle Schnittstellen mit benutzerfreundlichen Logik- und Drag-and-Drop-Funktionen. So sind diese auch für Personen ohne Programmierkenntnisse geeignet. Aber das war nicht immer so.

Die erste Generation von Low-Code-Tools war nie für den Massenmarkt gedacht. Sie wurden für professionelle Programmierer und Programmierinnen entwickelt, um ihnen das effizientere Entwickeln von Anwendungen zu ermöglichen. Low-Code war also einfach ein zusätzliches Softwaretool. Entwicklerinnen und Entwickler mussten sich nach wie vor die Zeit nehmen, die Verwendung des Tools zu erlernen und dessen Funktionen in Formate zu übersetzen.

Entwicklung der zweiten Generation

Technologische Entwicklungen haben zu einem exponentiellen Wachstum der Datenmengen geführt, die Unternehmen zur Verfügung stehen. Angesichts der Herausforderung, verwertbare Erkenntnisse aus diesen Daten zu gewinnen, entwickelte die zweite Generation von Low-Code sich mit einem Fokus auf Zugänglichkeit. Das war der Katalysator für eine Revolution. Denn so können auch Laien anhand von visuellen Schnittstellen Datenflüsse erstellen.

Die Notwendigkeit einer solchen Demokratisierung von Programmieraktivitäten ergibt sich aus zwei verschiedenen Faktoren. Einerseits stieg der technische Wissensstand in der Bevölkerung in den letzten 20 Jahren exponentiell an. Das bedeutet, dass auch nicht-technische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in zunehmendem Maße über das erforderliche Grundwissen verfügen, einfache Datenflüsse und Prozesse aufzubauen. Andererseits besteht ein chronischer Mangel an Mitarbeitenden mit Programmierkenntnissen, was in allen Branchen zu beträchtlichen IT-Fertigkeitslücken führte. Obwohl dieser Fachkräftemangel bereits seit längerer Zeit ein Problem ist, gibt es kaum Anzeichen für eine Besserung der Situation in absehbarer Zeit. Laut Untersuchungen von McKinsey melden 87 Prozent aller Unternehmen bereits heute einen Mangel an IT-Kompetenzen oder erwarten diesen in den nächsten Jahren.

Wachsende Kenntnisse von Personen ohne technische Erfahrung, gekoppelt mit einer allgemeinen Knappheit von IT-Leuten: Damit waren die idealen Bedingungen für Low-Code als Wegbereiter digitaler Transformation geschaffen.

Die zweite Generation von Low-Code ermöglichte es nicht-technik-affinen Entwicklerinnen und Entwicklern, komplexe IT-Aufgaben mit Leichtigkeit zu erledigen. Letztendlich waren Low-Code-Tools der zweiten Generation jedoch nicht für eine Bereitstellung auf breiter Fläche konzipiert. Es fehlte ein Framework für Interoperabilität. Dazu waren diese Tools nicht in der Lage, komplexe, unternehmensweite Prozesse zu steuern. Das führte dazu, dass Teams mit der Verwendung von Low-Code der zweiten Generation nur begrenzten Erfolg in kleineren, einfachen Implementierungen hatten.

Das Modell des „Geschäftstechnologen“

Nicht nur die fehlende Interoperabilität, sondern auch die anhaltenden Auswirkungen der Pandemie setzen bereits überforderte IT-Teams noch stärker unter Druck. Die erhöhte Arbeitslast für IT-Teams bedeutet, dass immer mehr IT-Aufgaben in die Verantwortung nicht-technischer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fallen. Laut Prognosen von Gartner werden Angestellte außerhalb der IT bis zum Jahr 2024 80 Prozent aller Technologieprodukte und -dienste entwickeln. So bildet sich dabei ein neues Tätigkeitsprofil heraus – das des „Geschäftstechnologen“.

Ein Geschäftstechnologe ist ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin, der oder die außerhalb der IT-Abteilung tätig ist, aber dennoch Technologien für den kommerziellen Einsatz entwickelt. Low-Code-Tools bieten Geschäftstechnologen dabei das nahtlose Benutzererlebnis und die einfache visuelle Benutzeroberfläche. Die Nutzbarkeit in kleineren Implementierungen allein ist aber nicht genug – Low-Code-Software muss auch skalierbar sein. Für Unternehmen, die eine solche Skalierbarkeit benötigen, eignen sich Plattformen mit Hybridintegration, die somit die dritte zukunftssichere Generation von Low-Code darstellen.

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Hybride Lösungen

Plattformen, die für hybride Implementierungen entwickelt wurden, sind speziell für den gleichzeitigen Betrieb auf allen Netzwerkebenen konzipiert – in der Cloud, am Edge oder am Standort. Diese sogenannten Hybrid-First-Lösungen sind das Verbindungsglied, das an beliebigen Standorten gespeicherte Daten überall verfügbar macht. So können Unternehmen die Vorteile der Echtzeit-Datenverarbeitung voll ausnutzen.

Beispielsweise ist eine solche Datenkonnektivität über das gesamte Unternehmensnetzwerk Voraussetzung für Edge Analytics, was Echtzeittransparenz für alle Prozesse und Datenflüsse bietet. Die Kombination von Low-Code und Hybridintegration ermöglicht Unternehmen die erforderliche Interoperabilität und Agilität, um komplexe Workflows schnell und ohne Programmierkenntnisse erstellen zu können. Auf diese Weise können sie IoT-Anwendungsfälle schneller und einfacher nutzen: um Kosten zu senken, die Effizienz zu steigern und die Nachhaltigkeit zu verbessern.

Mit Low-Code der dritten Generation können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Daten verwenden, um wertvolle Workflows zu generieren, Systeme zu verbinden und Prozesse zu automatisieren. Ob Low-Code heute seine endgültige Form erreicht hat, ist schwer zu sagen. Nicht zuletzt auch durch die Pandemie wird aber klar: diese Art von Plattformen sind entscheidend für zukünftige Geschäftsgrundlagen.

Laut einer aktuellen Studie von Gartner werden Unternehmen bis zum Jahr 2025 für 70 Prozent all ihrer neu entwickelten Anwendungen Low-Code- oder No-Code-Technologien verwenden. Dies ist ein enormer Anstieg im Marktanteil gegenüber den Prognosen von 2020, als Low-Code-Apps noch weniger als 25 Prozent des Marktanteils ausmachten. Im Laufe der Zeit haben sich die Low-Code-Tools mitentwickelt, aber welcher Fortschritt genau macht diese Generation ihren Vorgängern gegenüber so überlegen?

* Kai Schwab ist regionaler Vertriebsleiter für die DACH-Region beim Stream Analytics-Experten Crosser.

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