Unabhängigkeitsbeschluss Bundesregierung startet Wettlauf um rare Bodenschätze

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Weil Deutschland zwar innovativ und produktiv ist, aber für die Produktion von Innovationen zu wenig Rohstoffe hat, soll ein nun aufgelegter Fond der Regierung helfen.

Deutschland und der Rest von Europa sind bei seltenen Rohstoffen von ausländischen Zulieferern abhängig – vor allem aus Asien. Diese wackelige Lieferkette soll durch einen neu eingerichtetn Rohstofffond der Bundesregierung stabilisiert werden. Doch es regen gibt auch Zweifel ...(Bild:  Bodo)
Deutschland und der Rest von Europa sind bei seltenen Rohstoffen von ausländischen Zulieferern abhängig – vor allem aus Asien. Diese wackelige Lieferkette soll durch einen neu eingerichtetn Rohstofffond der Bundesregierung stabilisiert werden. Doch es regen gibt auch Zweifel ...
(Bild: Bodo)

Die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine waren respektive sind auch Signalgeber dafür, wie verletzlich die Lieferketten in Deutschland und Europa im Zweifel eigentlich sind. Mit einem Rohstofffonds der staatlichen Förderbank KfW will die Bundesregierung deshalb nun die Versorgung breiter aufstellen und die Abhängigkeit der deutschen Industrie insbesondere von China reduzieren. Es handle sich dabei um ein Eigenkapitalinstrument, das demnach zur Beteiligung an strategischen Rohstoffprojekten in den Bereichen Gewinnung, Weiterverarbeitung und Recycling diene. Die staatliche Förderbank KfW setzt den Fonds technisch um, woran sie derzeit mit Hochdruck arbeitet, wie man betont.

Deutschland braucht eine stabile Rohstoffversorgung

Für die Digitalisierung und die E-Mobilität braucht die deutsche Industrie vor allem Kupfer, Lithium und seltene Erden. Die zukunftssichere Aufstellung der Versorgung Deutschlands mit diesen und anderen Rohstoffen ist für die Sicherung des Wirtschaftsstandorts zentral, wie die Fondgründer sagen. Nach Einschätzung der Experten ist Deutschland momentan auch im internationalen Wettbewerb – beispielsweise mit China – nicht wirklich durchsetzungsfähig. Denn, so heißt es weiter, deutsche Unternehmen haben die Rohstoffbeschaffung lange Zeit dem Weltmarkt überlassen und in einer Phase expandierender Globalisierung auf die funktionierende globale Arbeitsteilung vertraut. Doch mit Blick auf die Folger der Corona-Pandemie, der Lieferkettenproblematik und den kriegerischen Auseinandersetzungen sowie dem sich immer deutlicher herausbildenden Systemkonflikt zwischen den USA und China, sei die globale, reibungslose Vernetzung nicht mehr selbstverständlich.

Ein Geologe zweifelt am Sinn! Er hat eine andere Idee

Zwar ist Lithium derzeit noch ausreichend verfügbar, allerdings dürfte die Nachfrage in den kommenden Jahren deutlich steigen. Und ein großer Teil des vorhandenen Lithiums wird, abgesichert durch Lieferverträge, nach Asien wandern. Der Geologe und Unternehmer Christian Möbius will den deutschen Unternehmen jetzt aus der Bredouille helfen. Denn der Deutsch-Argentinier hat sich für sein Unternehmen Southern Cross Britannia im Nordwesten von Argentinien Bergbaulizenzen für eine Fläche von 130.000 Hektar gesichert. Im Gebiet Hombre Muerto (Toter Mann) – hoffentlich ist Nomen dabei nicht das Omen – hofft er auf große Lithiumvorkommen. Erste geologische Studien legten nahe, dass in der Region auf über 4.000 Metern Höhe besonders konzentrierte Lithiumreserven im Boden zu finden seien. Sechs Probebohrungen in bis zu 700 Metern Tiefe sollen aber erst für Klarheit sorgen. Der Experte ist der Meinung, dass ein Land wie Deutschland mit seiner großen Industrie, viel zu abhängig von ausländischen Zulieferern, vor allem aus Asien, ist. Und vor allem im „Zeitalter“ von Internet, künstlicher Intelligenz und Bitcoin-Mining brauche man Rohstoffe, weil diese Industrien die Treiber der Energie- und Kupfernachfrage seien. Allerdings zweifelt Möbius daran, dass der Rohstofffonds der Bundesregierung wirklich so viel bringt, wie man sich erhofft. Er empfiehlt, dass die Mittel vor allem nicht in bereits weit fortgeschrittene Abbauprojekte fließen sollten, weil bei diesen Kanada, die USA, Australien und wieder die Chinesen, im Hintergrund die Fäden ziehen.

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