Wenn der Rotor schlapp macht Das geschieht beim Recycling von ausgedienten Windkraftanlagen

Von Dr. rer. nat. Thomas Dr. Isenburg 7 min Lesedauer

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Windkraftanlagen und deren Rotorblätter sind nach 20 bis 30 Jahren am Funktionslimit. Danach werden sie häufig abgebaut. Was dann passiert, erklärt der freie Wissenschaftsjournalist Dr. Thomas Isenburg ...

Windkraftanlagen sollen das Klima schützen. Doch sie haben eine begrenzte Lebensdauer. Und wenn sie ausgedient haben, steht man auch noch vor tonnenweise Material, das nicht komplett gut zu recyceln ist. Deshalb machen sich Spezialisten und Newcomer heute schon Gedanken, um Abhilfe ...(Bild:  ZGF)
Windkraftanlagen sollen das Klima schützen. Doch sie haben eine begrenzte Lebensdauer. Und wenn sie ausgedient haben, steht man auch noch vor tonnenweise Material, das nicht komplett gut zu recyceln ist. Deshalb machen sich Spezialisten und Newcomer heute schon Gedanken, um Abhilfe ...
(Bild: ZGF)

Nach Ablauf von maximal 30 Jahren werden Windkraftanlagen abgebaut. Auch weil es bis dahin meist effizientere Komponenten gibt. Ein Beispiel hierfür sind etwa längere Rotorblätter, die eine größere Stromausbeute ermöglichen. Bei der Planung einer neuen Windkraftanlage müssen aber auch bereits Rückstellungen für den späteren Abbau bedacht werden. Haben die Anlage irgendwann ausgedient, steht dann nämlich eine komplexe Recyclingaufgabe bevor. Deswegen arbeitet die Branche intensiv an umfassenden Recyclingkonzepten. Windkraftanlagen bestehen außerdem zum größten Teil aus Stahl, Aluminium oder Beton, wenn man etwa den Turm betrachtet. Beton macht etwa 65 Prozent des Gesamtgewichtes aus. Dem Stahl gehört ein Anteil von etwa 35 Prozent. Die Fundamente bestehen aus Stahlbeton. Diese Materialien lassen sich bereits heute mit etablierten Techniken wiederverwerten. Betonabbruch wird etwa zu hochwertigem Recyclingbeton oder zum Zuschlagstoff aufbereitet, wobei er zerkleinert, gesiebt von Störpartikeln befreit wird. Das Ergebnis kann beispielsweise im Tief- und Hochbau eingesetzt werden. Für Stahl gibt es ebenfalls etablierte Recyclingstrategien. Das Metall ist ein Paradebeispiel für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Stahl lässt sich ohne Qualitätsverluste unendlich oft recyceln und ist damit der am häufigsten wiederverwerteter Werkstoff der Welt. Mit Stahl und Beton können heute bereits rund 90 Prozent der Bestandteile einer Windkraftanlage recycelt werden.

Grüner Stahl schafft klimafreundlichere Windkraftanlagen

Hinzu kommen die recycelbaren Stoffe aus dem Umfeld des Turms. Dazu gehören viele metallhaltige Anlagenteile sowie die gesamte Elektrik. Das Konzept von Siemens Gamesa sieht außerdem heute sogenannte grüne Türme vor. Dieses Unternehmen produziert Windkraftanlagen aus nachhaltigem Stahl. Die Türme bestehen zu etwa 80 Prozent aus Stahlblechen. Durch den Einsatz von grünem Stahl kann eine CO₂-Reduktion von mindestens 63 Prozent im Vergleich zu üblichen Materialien erreicht werden. Dabei ist eine gleichbleibende Stahlqualität wichtig. Besonders das Kupfer aus den elektrischen Installationen verkaufen die Betreiber als Rohmaterial. Es ist dann für andere Konstruktionen problemlos einsetzbar. Etwas Besonderes sind beim Recycling von Windkraftanlagen aber die Rotorblätter, die aus glas- und carbonfaserverstärkten Kunststoffen (GFK respektive CFK oder auch Composites genannt) im Mix mit Kunststoffschäumen (PET oder PVC) und Balsaholz bestehen. Die Kunststoffmatrix, in der die Fasern eingebettet sind, ist schließlich nicht wieder einschmelzbar. Die Frage bezüglich der Recycelbarkeit der Rotorblätter beantwortet aber das Unternehmen Nordex mit folgenden Worten: Bereits heute sind 85 bis 95 Prozent einer Nordex-Windenergieanlage recycelbar. Das gilt aber eben nur für den Stahl und den Beton aus Turm und Fundament.

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