RTM-Verfahren Daimler und Toray gründen Joint Venture zur Herstellung von CFK-Automobilteilen

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Toray Industries Inc. und Daimler gründen ein Joint Ventures zur Herstellung und Vermarktung von Automobilteilen aus CFK. Geplant ist die Serienfertigung von CFRP-Komponenten im nächsten Jahr.

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Toray Industries und Daimler bei der Unterzeichnung eines Joint Ventures zur Herstellung und Vermarktung von CFK-Automobilteilen (v. l. n. r.): Rainer Christian Genes (Vice President, Production Planning Mercedes-Benz Cars), Prof. Dr.-Ing. Bharat Balasubramanian (Vice President Product Innovations & Process Technologies in Group Research & Advanced Engineering der Daimler AG) und Shinichi Koizumi (Executive Vice President Representative Director Toray). (Bild: Daimler)
Toray Industries und Daimler bei der Unterzeichnung eines Joint Ventures zur Herstellung und Vermarktung von CFK-Automobilteilen (v. l. n. r.): Rainer Christian Genes (Vice President, Production Planning Mercedes-Benz Cars), Prof. Dr.-Ing. Bharat Balasubramanian (Vice President Product Innovations & Process Technologies in Group Research & Advanced Engineering der Daimler AG) und Shinichi Koizumi (Executive Vice President Representative Director Toray). (Bild: Daimler)

Im Rahmen der Entwicklungsvereinbarung, die im März vergangenen Jahres unterzeichnet wurde, arbeitet der japanische Werkstoff- und Technologiekonzern Toray an der Optimierung von Ausgangsprodukten zur Herstellung von Carbonfasern, aber auch an Prozessen zur Bauteilformgebung.

Daimler übernimmt die Verantwortung für die Gestaltung der Komponenten, die Prozessentwicklung zur Bauteilintegration ins Fahrzeug sowie die Prozessautomatisierung.

Geplant ist die Serienfertigung der CFRP-Komponenten im RTM-Verfahren (Resin Transfer Moulding), wobei der Formgebungsprozess von Toray für Automobilde der Marke Mercedes-Benz weiterentwickelt wurde (Short Cycle RTM).

Mit CFK-Teilen die Steifigkeit der Karosserie steigern

In der CFK-Anwendung sieht Daimler einen wichtigen „Schalthebel“ zur beträchtlichen Gewichtsreduzierung der Fahrzeugkarosserie. Das Leichtbaukonzept biete künftig auch die Chance, Gewichtszunahmen infolge alternativer Antriebe sowie zusätzlicher Sicherheits- oder Komfortfunktionen teilweise zu auszugleichen.

Außerdem wird die Möglichkeit hervorgehoben, mit CFK-Teilen die Steifigkeit der Karosserie zu steigern. Das erhöhe die Stabilität der Fahrgastzelle weiter.

Beide Partner beabsichtigen, ihre gemeinsamen Aktivitäten in der Entwicklung weiter voranzutreiben, um eine Produktionstechnologie für die Serienfertigung zu erhalten, die auch hinsichtlich ihrer Kosteneffekte äußerst attraktiv ist.

Das Joint Venture soll die CFK-Bauteile herstellen und vermarkten – und so die Einführung von Carbonfaser-Verbundwerkstoffen im Automobilbereich gerade hinsichtlich der Serientauglichkeit weiter vorantreiben – weit über die heutigen Anwendungen, zum Beispiel bei Sport Cars, hinaus.

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