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Hyfra Industrie-Kühlanlagen GmbH

Das müssen Industrie- und Prozesskühler jetzt können

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Neue Gesetzeslage verunsichert auch die Metallverarbeiter

Bei Anwendern aus dem Maschinenbau sorgt die Verordnung teilweise für Verunsicherung und wirft die Frage auf, was die neuen Vorgaben für ihre bestehenden Kühlanlagen bedeuten. Einige Anlagenbetreiber befürchten mitunter, dass sie ihre Kaltwassererzeuger durch neue Modelle ersetzen müssen – ein Kühleraustausch würde die Produktion unterbrechen und massive Ausfallzeiten sowie Ersatzinvestitionen verursachen. Für bereits in Betrieb genommene Kühlanlagen besteht jedoch grundsätzlich kein Handlungsbedarf, da die Ökodesign-Richtlinie nur für Produkte gilt, die neu erworben beziehungsweise „in Verkehr gebracht“ werden.

Alle Prozess- und Industriekühler, die unter die Richtlinie fallen, müssen allerdings in jedem Fall den jeweiligen Mindestanforderungen entsprechen – kontrolliert wird die Konformität durch die zuständigen Marktaufsichtsbehörden. Bei unzutreffenden Angaben haftet der Hersteller für die auf der CE-Kennzeichnung ausgewiesenen Nennleistungsdaten. Für halbfertige Bauteile – beispielsweise bei Kühlanlagen, die nicht komplett geliefert werden – besteht eine Haftung gemäß der jeweiligen Einbauerklärung. Wesentlich für die neue Anlagenkonformität ist in diesem Zusammenhang der Wechsel von nominalen zu saisonalen Leistungsdaten. Die beiden Europäischen Normen EN 14511 sowie 14825 bilden dabei die Grundlage für Temperaturen, Teillastbedingungen und Berechnungsverfahren zur Ermittlung der Mindesteffizienzwerte.

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Die maßgeblichen energetischen Referenzgrenzwerte für Prozess- und Industriekühler werden anhand der saisonalen Jahresarbeitszahl (SEPR) berechnet. In der Vergangenheit wurde dazu lediglich die Nennkälteleistung verwendet. Da dieser Nominalwert jedoch auf einen festen Betriebspunkt ausgelegt ist, ließen sich jahreszeitlich bedingte Temperaturschwankungen bisher kaum abbilden. Dies hatte zur Folge, dass Leistungsdaten in der Praxis nicht sehr repräsentativ für die tatsächliche Energieeffizienz einer Industriekälteanlage über den Jahresverlauf hinweg waren. Die saisonale Jahresarbeitszahl (mit Straßburg als Referenzort für mittleres Klima) stellt hingegen den Mittelwert des Energieverbrauchs unter Einbeziehung wechselnder klimatischer Verhältnisse dar.

Sie errechnet sich aus dem jeweiligen Leistungskoeffizienten der Kühler bei vier unterschiedlichen Umgebungstemperaturen sowie unterschiedlichen Laststufen (100, 93, 87 und 80 %). Je höher der berechnete SEPR-Wert ist, desto energieeffizienter arbeitet das Kühlgerät. Demzufolge legt die Verordnung einerseits die Energieeffizienz gesetzlich fest, andererseits profitieren Anlagenbetreiber durch die Ökodesign-Richtlinie auch von einer höheren Markttransparenz. Aufgrund realistischerer Betriebsdaten und der durch die Verordnung 2016/2281 verpflichtenden Angabe des SEPR-Wertes sind Prozesskühler verschiedener Hersteller jetzt besser miteinander vergleichbar. Die Informationen der Kühlerhersteller lassen sich so auch bei Investitionsfragen entsprechend zielführend nutzen.

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