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Motivation Das muss ein Traumarbeitgeber bieten: mehr Geld statt Wellness

| Redakteur: Jürgen Schreier

Flexible Arbeitszeiten, eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und ein überdurchschnittliches Gehalt - das ist den Deutschen am wichtigsten, damit sie sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen. Kurzum: Die Firma zur Wellness-Oase umzufunktionieren motiviert nur bedingt.

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Nett, aber der falsche Ansatz: Aus dem Betrieb eine Wellness-Oase zu machem., kommt nicht an.
Nett, aber der falsche Ansatz: Aus dem Betrieb eine Wellness-Oase zu machem., kommt nicht an.
(Bild: CC0 Public Domain)

Den Ansprüchen der Mitarbeiter werden die Arbeitgeber in Deutschland aber kaum gerecht. So wünschen sich 44 % der Berufstätigen Erwachsenen eine gute Work-Life-Balance - aber nur 31 % geben an, dass ihr Arbeitgeber diese wirklich bietet. Das sind Ergebnisse der repräsentativen Umfrage „Traumarbeitgeber“ des Direktversicherers Hannoversche.

(Fast) alle wollen flexible Arbeitszeiten

Im Großen und Ganzen stellen die Arbeitnehmer in Deutschland ihren Unternehmen ein gutes Zeugnis aus: 83 % aller Befragten gaben an, sich wohl oder sogar sehr wohl (50 % und 32 %) zu fühlen. Wenn es etwas an ihren Arbeitsplatz zu verbessern gibt, dann stehen flexibel gestaltbare Arbeitszeiten ganz oben auf der Wunschliste der Deutschen. Mit 53 % ist dies für mehr als jeden Zweiten wichtig, um sich wohl zu fühlen. Immerhin 46 % geben an, diese Flexibilität tatsächlich zu bekommen.

Mit 62 % am stärksten ausgeprägt ist das Bedürfnis nach flexiblen Arbeitszeiten bei den 40- bis 49-Jährigen. Die kleinste Rolle spielen sie für die Berufstätigen ab 60 Jahren (41 %). Am weitesten liegen Wunsch und Wirklichkeit beim Thema Gehalt auseinander: 41 % der Berufstätigen wünschen sich eine bessere Bezahlung als in ihrer Branche üblich - nur 16 % bekommen es. Anders als oft vermutet ist auch der Generation Y ein gutes Gehalt wichtig. 45 % der 18- bis 29-Jährigen legen Wert auf eine überdurchschnittliche Entlohnung, erfüllt wird dieser Wunsch nur jedem Fünften (21 %).

Betriebssport ist Mord

Allerdings ist es nicht so, dass die Unternehmen nicht bemüht wären, ihren Arbeitnehmern motivierende Extras zu bieten. 83 % der Deutschen erhalten solche Zusatzleistungen von ihrem Arbeitgeber. Nur treffen diese Angebote oft nicht die Nachfrage: Firmen in Deutschland bieten ihren Mitarbeitern häufig Services, die diese gar nicht so stark wünschen und daher auch nicht zu schätzen wissen.

Besonders auffällig ist der Abstand beim Betriebssport: Er wird 13 % der Berufstätigen angeboten - aber nur drei Prozent wissen ihn zu schätzen. Auch eine Kantine mit gesundem Essen und Fahrkostenzuschüsse werden häufiger angeboten als nachgefragt. Punkten könnten die Arbeitgeber mit etwas mehr Urlaub als bisher üblich: Den wünschen sich 22 % der Arbeitenden, nur jeder Zehnte erhält ihn aber auch tatsächlich.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber setzen falsche Prioritäten

Nachvollziehbar ist, dass deutlich mehr Angestellte gerne ein höheres Gehalt als branchenüblich hätten. Was allerdings auffällt ist, dass sich nur 27 % der Arbeitnehmer Zuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV) wünschen, und lediglich ein knappes Drittel (30 %) der Arbeitgeber diese anbieten. Dabei wirkt diese Art der Altersvorsorge wie eine Gehaltserhöhung, insbesondere wenn der Chef etwas dazu schießt. Bemerkenswert ist zudem, dass signifikant mehr Männer als Frauen in Unternehmen arbeiten, in denen ein bAV-Zuschuss angeboten wird (35 % zu 24 %). Damit wird vielen Frauen eine zusätzliche Altersvorsorge erschwert.

Die Wünsche der Deutschen an den Traumarbeitgeber

Angebot (Wunsch / Wirklichkeit)

  • 1. Flexible Arbeitszeiten (53 % / 46 %)
  • 2. Eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben(Work-Life-Balance) (44 % / 31 %)
  • 3. Ein höheres Gehalt als branchenüblich (41 % / 16 %)
  • 4. Zuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge (27 % / 30 %)
  • 5. Mehr Urlaub als normalerweise in der Branche (22% / 10%)
  • 6. Kostenloses Essen und Getränke, wie z.B. Obst oder Mineralwasser (13 % / 20 %)
  • 7. Kantine, in der gesundes Essen angeboten wird (11 % / 18 %)
  • 8. Fahrtkostenzuschüsse, z.B. für öffentliche Verkehrsmittel (11 % / 15 %)
  • 9. Individuelle Arbeitsplatzgestaltung, z.B. angepasste Möbel und Pflanzen (8 % / 14 %)
  • 10. Zuschüsse bei der Gesundheitsvorsorge, z.B. Zuschuss für den Beitrag im Fitnessclub (7 % / 7 %)
  • 11. Einen Beauftragten, der sich um die Verbesserung des Betriebsklimas kümmert (Feel-Good-Manager) (6 % / 3 %)
  • 12. Firmenvergünstigungen bei Veranstaltungen und beim Einkaufen (4 % / 12 %)
  • 13. Betriebssport-Angebote (3 % / 13 %)
  • 14. Massagen, die im Unternehmen wahrgenommen werden können (3 % / 4 %)
  • 15. Kostenlose Angebote für Achtsamkeits- und Mediationstraining (2 % / 3 %)

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