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Industrie 4.0

Datensicherheit wird bei Industrie 4.0 heiß diskutiert

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„Dann sagen Sie doch damit, dass Industrie 4.0 gar nicht geht“, wirft Industrie-4.0-Experte Müller ein. „Das stimmt nicht“, entgegnet der Chef von Pepperl + Fuchs. „Sie müssen einfach sagen, bei welchen Daten kann ich es mir gegebenenfalls leisten, diese in eine Cloud zu geben. Wo ich einfach damit leben kann, dass diese Daten ausspioniert werden.“

„Da gibt es keine Kompromisse“, widerspricht Sadi und fährt fort: „Sie müssen die Anlage steuern, Sie haben alle Daten, die Fertigungsdaten, die ganzen Geheimnisse der Anlage.“ „Sie müssen doch nicht gleich alle Daten so offenlegen“, fährt Kegel dazwischen. Worauf Sadi seinen Gedanken beendet: „Der große Vorteil von Industrie 4.0 ist doch, dass ich die einzelnen Fertigungsvorgänge in einzelne Fabriken unterteilen kann und nahe am Kunden fertige. Also muss ich von Europa Richtung Asien eine Anlage steuern können oder umgekehrt. Ergo muss ich die Daten von der Anlage öffnen. Ich stimme Ihnen zu, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt, aber man muss alles Mögliche, technisch Machbare unternehmen – und hier sind auch die Forschungsvereinigungen gefordert –, denn Standrads und Sicherheitseinrichtungen, die werden immer geknackt.“

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Hundert Prozent Sicherheit gebe es nicht. – Aber man müsse doch, wenn man die Herausforderung annehme, Industrie 4.0 mit allen Vorteilen zu nutzen, diesen Weg gehen. Kegel stimmt dem zu: „Ich bin bei Ihnen, ich will nur eines anmerken: Wenn es zu Ihrem Angriffsszenario dazugehört, dass Sie sich gegen die chinesische Regierung schützen wollen, dann sollten Sie Industrie-4.0- und Cloud-Anwendungen besser sein lassen.“

Müller wendet ein: „Ich bin schon davon überzeugt, dass man beim Datentransfer oder den Netzwerken Sicherheit einbauen muss, die heute definitiv noch nicht existiert.“ Der Innovationschef von Lenze, Prof. Dr.-Ing. Holger Borcherding, sagt dazu: „Wir sind in einem Projekt dabei, die Sensordaten zu verschlüsseln, damit nur wir darauf Zugriff haben. Denn der Punkt ist: Wir wollen irgendwann auch Geld damit verdienen und wenn wir allen anderen den Datenzugriff ermöglichen, dann haben wir an dieser Stelle verloren.“

Industrie 4.0 festigt den Standort Europa

Für Sadi bietet sich mit der Digitalisierung eine riesige Chance, standortneutral zu arbeiten. „Gerade für mittelständische Unternehmen bietet sich damit die Gelegenheit, den Standort Europa wieder wertvoll zu machen. Zum Beispiel bei den Lohnkosten. Die Chancen sind da!“

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