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Industrie 4.0

Datensicherheit wird bei Industrie 4.0 heiß diskutiert

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Aus seiner Sicht ist es fatal, dass es keine konzertierten Aktionen unter den Verbänden und Bundesländern gebe. Die Fachverbände machten mal etwas auf deutscher Ebene oder auf europäischer Ebene, Synergieeffekte gebe es nicht und ein entsprechender Masterplan fehle. Kegel stimmt dem zu, dass sich damit Chancen böten, doch er widerspricht der Aussage, dass es keinen Masterplan gebe: Mit der Plattform 4.0 sei dies gegeben. „Doch was kommt bei den Unternehmen an?“, fragt Sadi.

Was hinter der Plattform 4.0 steht, muss man laut Borcherding erst übersetzen. Der VDMA versucht, dies seinen Mitgliedern zu erklären. Das sei auch notwendig, denn: „Ich verstehe mich als Informatiker auch nicht mit einem Energietechniker, das heißt, ich muss erst einmal lernen, was er meint.“

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Auch das Referenzarchitekturmodell Rami, das den Unternehmen bei der Entwicklung von Produkten helfen soll, sei ganz toll, doch frage sich der Anwender, was man damit macht. Ein typischer Maschinenbauer wisse gar nicht, was das ist, und könne dies auch nicht einfach umsetzen.

Am besten müsse man dafür Beispiele haben. Zwar gebe es überall in Deutschland Modellfabriken. „Doch die Usecases muss man herunterbrechen. Man muss kleine Anwendungsbeispiele haben, um zu zeigen, was damit gemeint ist“, glaubt Borcherding. Denn die Beispiele großer vernetzter Fabriken würden den kleinen Unternehmen nicht helfen. Erst wenn man den Nutzen erkenne, dann werde auch bei den kleinen Unternehmen der Industrie-4.0-Gedanke Einzug halten.

„Wir müssen den kleinen Maschinenbauer beim Engineering-Prozess entlasten, denn wir wollen ja nicht, dass der Maschinenbauer dafür noch fünf Leute einstellen muss. Das kann er sich nicht leisten. Er muss das mit seinen Leuten machen. Also müssen wir ihn von anderen Dingen, die er im Entwicklungsprozess hat, entlasten. Das muss automatisiert gehen. Dann kann er das zusätzlich umsetzen“, so Borcherding. „Ich habe die Vision, dass der Maschinenbauer noch ein Semester Informatik macht, nur damit er das auch versteht.“

Studie zeigt hohen Bedarf an Fachkräften

Eine Studie von CS zeigt, dass die Maschinenbauer einen hohen Bedarf an technisch ausgebildeten Fachkräften sehen. Auch an den Hochschulen wird dies laut Borcherding so gesehen, manche sind dort sehr weit und bekommen auch einige Forschungsgelder, was sehr positiv sei, doch fehle noch immer die Nachfrage seitens der Studenten. Die Verteilung auf die Fachgebiete habe sich da in den vergangenen Jahren kaum geändert. Laut Borcherding müsse man deshalb bereits im Kindergarten und in den Schulen damit anfangen, die Heranwachsenden spielerisch an die Technik heranzuführen, um das Interesse daran zu steigern. Das betreffe gleichermaßen die Fachgebiete Informatik, Elektrotechnik und Maschinenbau.

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