GF Agie-Charmilles Dentaltechnik sieht Vorteile durch serienmäßige Fertigung

Autor / Redakteur: Klaus Malle und Ronny Schroeder / Peter Königsreuther

Moderne Zahntechnik fordert speziell für den festen Zahnersatz verstärkt, dass das Know-how der meist individuellen Arbeit mit den Vorteilen der automatisierten und rechnergesteuerten Fertigung kombiniert wird. Diese Quasi-Serienfertigung trifft hier zwar nur auf geringe Losgrößen, ist aber wirtschaftlich durchaus sinnvoll.

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Fräsen von Zahnersatz in Kobalt-Chrom auf einer CNC-Fräsmaschine. (Bild: Malle)
Fräsen von Zahnersatz in Kobalt-Chrom auf einer CNC-Fräsmaschine. (Bild: Malle)

Der Dentalmarkt wächst schnell, weil es der medizinisch-technische Fortschritt ermöglicht, die eigenen Zähne länger zu erhalten. Herkömmliche herausnehmbare Gebissteile werden immer seltener akzeptiert.

Wachstumsfördernd auf den Trend wirkt sich auch die Entwicklung der Alterspyramide aus. Hinzu kommt der steigende Lebensstandard in China, Indien, Brasilien und Osteuropa, der weitere Marktchancen öffnen wird. Doch jeder feste Zahnersatz ist und bleibt ein Unikat, was serienähnliche Fertigungsprozesse scheinbar ausschließt.

Handwerkliche Gussformtechnik contra Automatisierung

Ein Branchenspezialist ist die Millhouse GmbH aus Hofheim-Wallau, die das fünf-achsige CNC-Fräsen von Zahnersatz erfolgreich mit entwickelt hat, nutzt und jetzt vermarktet. Sören Hohlbein, der Geschäftsführer begründet den Erfolg damit, dass er und seine Experten direkt aus dem Zahntechnik-Handwerk kommen und nicht aus dem üblichen industriellen Umfeld. Das heißt, er sieht sein Unternehmen dicht am Puls des Marktes und kann so branchenspezifisch und schnell auf Trends reagieren.

Eine Voraussetzung war es etwa, der massiven Manpower im Zahntechnikerberuf mit einem adäquaten automatisierten Herstellungsprozess entgegenzutreten. Denn üblicherweise stellt ein Zahntechniker mithilfe von Gussformen an einem Tag vielleicht sechs bis acht Zähne her. Durch die Frästechnik mit hohem Automatisierungsgrad, wie sie bei Millhouse mit Maschinen der GF Agie-Charmilles praktiziert wird, lassen sich jetzt zum Beispiel täglich etwa 100 Zähne exakt nach CAD-Daten herstellen.

Fertigungsprozess muss härtestem Material die Zähne zeigen

Bei diesem industriell geprägten Fertigungsprozess kommt es vor allem auf das Zusammenspiel von Maschine, Werkzeug, Material und Sintertechnik an. Aber auch auf eine effiziente automatisierte Ablauforganisation, wie sie bei Millhouse mit dem Workflow-Managementsystem Camflow V7 genutzt wird.

Als Materialien für Zahnersatz (Kappen, Kronen, Brücken) werden derzeit Kobalt-Chrom, Titan, Zirkonoxid, Glaskeramik und Hochleistungspolymere verwendet. Maschinenseitig setzt das Team von Millhouse beim Dentalfräsen auf High-End-Technik aus dem Werkzeug- und Formenbau oder der Präzisionsteilefertigung. Seit 2008 verrichtet eine Fräsmaschine Mikron HSM 400U von GF Agie-Charmilles die komplizierte Arbeit.

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