Beschaffungslösungen Der Einkauf beginnt schon bei der Konstruktion

Redakteur: Jürgen Schreier

Weniger Zukaufteile, weniger Lieferanten, weniger Kosten und schlankere Beschaffungsprozesse: Das versprechen die Softwarehersteller. Wichtige Ansatzpunkte sind die Konstruktion und das Lieferantenmanagement.

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Die Starlinger & Co. GmbH, Wien, produziert Maschinen und Prozesstechnik für die Herstellung gewebter Kunststoffsäcke. Im Bild der Präzisionskreuzspuler Lintape.
Die Starlinger & Co. GmbH, Wien, produziert Maschinen und Prozesstechnik für die Herstellung gewebter Kunststoffsäcke. Im Bild der Präzisionskreuzspuler Lintape.
(Bild: Starlinger)

Im Einkauf entsteht de Gewinn, sagen die Einkäufer, Stimmt! Doch bei genauerer Betrachtung entsteht der Gewinn eigentlich schon früher, in der Konstruktion. Purchineering heißt das bei Cadenas – ein Kunstbegriff, der sich aus den englische Wörtern „purchase“ (kaufen) und „engineering“ (entwickeln) zusammensetzt. Ziel ist, die Zusammenarbeit zwischen Einkauf und Engineering zu fördern. Das Instrument: die Software Part Solutions, eine Lösung für das strategische Teilemanagement im Unternehmen.

Auch bei der bei der österreichischen Starlinger & Co. GmbH „verfing“ die Purchineering-Philosophie. Und so setzt man seit einigen Jahren bei der Konstruktion der Maschinen und der Beschaffung erfolgreich auf Part Solutions. Vor der Einführung des Cadenas-Teilemanagements wurden bei dem Hersteller von Maschinen für die Herstellung gewebter Kunststoffsäcke Teile über eine rein textbasierte Suche im ERP- und PDM-System ermittelt. Die organisatorische Trennung in verschiedene Produktbereiche machte jedoch ein Teilemanagementsystem nötig, das eine logistische Steuerung bereits frühzeitig im Entwicklungsprozess ermöglichte.

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Genau das kann Part Solutions: CAD-Bauteile lassen sich damit im Unternehmen schnell und einfach finden, ihre Zahl zu reduzieren und damit langfristig Kosten einsparen. Auch bei Starlinger ist das passiert: Trotz der deutlich gestiegenen Zahl an Konstrukteuren und Entwicklungsprojekten So wurde seit der Einführung von Part Solutions die Neuanlage von Zukaufteilen bei einer stärkeren Nutzung von Normteilen um mehr als 10 % gesenkt . Außerdem konnte der Lieferantenpool „eingedampft“, sprich bereinigt werden.

Einkauf frühzeitig einbinden

Deutlich wird: Es ist von Vorteil, wenn der Einkauf frühzeitig in den Entstehungsprozess neuer Produkte eingebunden wird. Denn der Fokus der Entwicklung liegt im Rahmen des Entstehungsprozesses üblicherweise auf der Funktionsfähigkeit und der raschen Herstellung des Produktes. Mit der frühen Integration des Einkaufs werden auch der Kostenaspekt und die Lieferantenauswahl ausreichend in der Produktentstehung berücksichtigt. Immer weniger Unternehmen setzen heute noch ausschließlich auf einfache Ausschreibungen, sondern beginnen bereits im Produktentstehungsprozess, bei der Erstellung der Entwicklungs- oder Einkaufsstückliste, ihre Prozesse neu auszurichten.

Dafür hat dasSoftwareunternehmen Pool4Tool mit seiner gleichnamigen „All-in-One-Supply-Collaboration“-Plattform eine branchenübergreifende Lösung geschaffen, die neben einer verbesserten Kommunikation zwischen allen Beteiligten der Wertschöpfungskette auch schlankere Prozesse schaffen soll. Analysten sehen deshalb einen Trend zu ganzheitlichen Beschaffungslösungen. Typisches Beispiel für die neue, ganzheitliche Ausrichtung ist die „All-in-One-Supply Collaboration-Plattform“ Pool4Tool, die mit über 40 Modulen alle Aspekte in einer Lösung abdeckt, die für die nachhaltige Optimierung der Prozesse von der Produktentstehung über den Einkauf, die Supply Chain bis hin zur Qualitätssicherung wichtig sind.

Doch auch bei der Beschaffung von Zeichnungsteilen oder Baugruppen sind leistungsfähige und komfortable Einkaufslösungen gefragt. Das beweist unter anderem Techpilot, ein Online-Marktplatz für die individuelle Fertigung in der Metall- und Kunststoffindustrie. So verzeichnete das Netzwerk für Lieferantensuche sowie Lieferanten- und Ausschreibungsmanagement 2014 einen Anstieg der ausgeschriebenen Zeichnungsteile um knapp 15 % auf 28.616 .

Schnell zum Zeichnungsteil

Zum Erfolg beigetragen habe unter anderem die neue Komfortanfrage, die im März 2014 eingeführt wurde. Einkäufer beschreiben auf www.techpilot.de in ein bis zwei Sätzen ihren Bedarf – zum Beispiel ihr Dreh-, Fräs-, Blech- oder Kunststoffteil –, laden die zugehörige CAD-Zeichnung hoch und klicken auf Absenden. Alles weitere erledigt das Serviceteam von Techpilot. Der Zeitaufwand für eine Ausschreibung, verspricht Techpilot-Geschäftsführer Frank Sattler, liegt damit nur noch bei zwei Minuten.

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