Beschaffung Der Gewinn liegt im Einkauf

Autor / Redakteur: Eckhard Boecker / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Der Beschaffungsbereich steht in vielen Industrie- und Handelsunternehmen noch zu selten im Fokus des Managements. Dabei wissen die meisten Unternehmen, dass der Gewinn immer noch im Einkauf liegen kann.

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Der Einkaufserfolg stellt sich natürlich nicht per se ein. Vielmehr bedarf es verschiedener Strategien, um im Unternehmensbereich Beschaffung erfolgreich zu sein. Diese These untermauert auch eine aktuelle Studie zum Thema „Anforderungen an Logistikdienstleister in der Kontraktlogistik“ der Technischen Universität Berlin.

Demnach wollen die Kunden aus Industrie und Handel verstärkt die Logistikprozesse zusammenfassen. Obwohl 55% der befragten Unternehmen nur mit maximal fünf Providern aus der Logistik zusammenarbeiten, soll die Zahl weiter reduziert werden.

Welche Ziele stecken hinter dieser Strategie? Diese Frage ist sehr einfach zu beantworten. Es geht natürlich um die Einsparung von vermeidbaren Kosten. Diese werden in den meisten Fällen dadurch eingespart, dass durch eine Volumenerhöhung pro Lieferant Mengendegressionseffekte in der Kostenstruktur erzielt werden können.

Geringere Stückkosten durch günstigere Seefrachtraten

Letztlich sinken also die Stückkosten beispielsweise pro exportiertem oder importiertem Seecontainer, weil die Reederei bereit ist, eine günstigere Seefrachtrate anzubieten. Dies besonders dann, wenn die Containeranzahl signifikant pro Wirtschaftsperiode verbindlich steigt.

Darüber hinaus ergibt sich ein zweiter beachtlicher Einspareffekt: Der interne Verwaltungsaufwand beim Kunden aus Industrie und Handel kann sich – abhängig vom Einzelfall – ebenfalls ganz erheblich reduzieren.

Denn nach wie vor sollte der Verwaltungsaufwand zum Beispiel für unter Vertrag stehende Transportunternehmen nicht unterschätzt werden. Jeder Geschäftsführer oder Versandleiter aus Industrie und Handel weiß, wie aufwändig es ist, zu prüfen, dass alle beschäftigten Transportbetriebe über einen ausreichenden Versicherungsschutz verfügen und außerdem den Nachweiß der notwendigen Lizenz der Europäischen Union (EU) zu überprüfen, die jeder Transportbetrieb für grenzüberschreitende Beförderungen benötigt. Allein die Sicherstellung dieser beiden Punkte kann bei einer größeren Zahl von beschäftigten Transport- und Logistikbetrieben erhebliche Prüfungskosten verursachen.

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