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Durch die Vielzahl der häufig untereinander vernetzten Plagiateure erreiche man nur ein punktuelles Zurückdrängen der Fälscher. Zusammenfassend sagt Kettner: „Erfolgreiche Rechtsdurchsetzung in China ist möglich – durch den Einsatz beweisfester Schutzrechte, insbesondere Marken, sowie durch die Zusammenarbeit mit Behörden.“
Jedoch gebe es keine Aussicht auf dauerhaften Erfolg, weil die Fälscherszene scheinbar unerschöpflich sei und die Fälscher ständig auswichen, indem sie immer wieder neue Formen annähmen. „Das Vorgehen dient damit im Wesentlichen dem Eindämmen. Auf Dauer ist der Wettstreit nicht zu gewinnen“, so Kettner.
Festo bekommt Hinweise auf Plagiate im Wochentakt
Ein anderes Unternehmen, das Produkt- und Know-how-Schutz strategisch betreibt, ist Festo. Barbara Lauer, bei der Festo AG & Co. KG für Produkt- und Know-how-Schutz zuständig, sagt: „8,5% des Umsatzes werden bei uns in Forschung und Entwicklung investiert. Klar, dass man dieses wertvolle Gut auch schützen muss.“ Das Unternehmen erhält wöchentlich neue Hinweise auf Plagiate. „Gerade im Wartungsgerätebereich treten in letzter Zeit immer mehr Plagiate auf“, berichtet Lauer.
Aus Gesprächen mit Vetriebsmitarbeitern geht hervor, dass das Unternehmen durch Produktpiraterie Kunden verliert. Betroffen sind vor allem pneumatische, einfache Produkte.
Um seine Produkte und auch seine Kunden zu schützen, hat Festo den Produkt- und Know-how-Schutz organisatorisch verankert. Dazu wurde ein fester Koordinator mit einem festen Team von ein bis zwei Mitarbeitern benannt. „Die Verankerung von Produkt- und Know-how-Schutz im Unternehmen muss top-down erfolgen. Der Wille des Vorstands zum aktiven Schutz muss klar erkennbar sein“, erklärt Lauer. Nur so könne die Akzeptanz des strategischen Ziels erreicht werden. Die Interdisziplinarität der Maßnahmen erfordere bereichsübergreifende Ressourcen und es müsse eine interne Vernetzung auch mit verschiedenen Bereichen erfolgen.
Leuchtstoffmarkierung weist Originalität eindeutig nach
Abgesehen von der organisatorischen und strategischen Verankerungen des Plagiatschutzes brauchen Unternehmen natürlich auch konkrete Schutzsysteme. Als neues Verfahren ist hier die Leuchtstoffmarkierung zu nennen, die Tailorlux mit dem System Tailor-Safe anbietet. Das System basiert auf Lumineszenzpigmenten seltener Erden. Diese erzeugen ein individuelles Lichtspektrum und sind dadurch ein eindeutiger Marker für das Produkt. Um die Originalität zu authentifizieren, wird das Muster des Markers erfasst und in einer Datenbank abgeglichen. Im Gegensatz zu anderen optischen Kennzeichnungsverfahren können Leuchtstoffmarkierungen laut Tailorlux auch verdeckt eingesetzt werden, zum Beispiel im Produkt selbst oder in Druckfarben und Lacken.
In der Praxis bewährt sich die Leuchtstoffmarkierung unter anderem bei Reklamationen nachgemachter Produkte. Denn mit der Leuchtstoffmarkierung kann der Hersteller eindeutig feststellen, ob ein Produkt aus seiner Produktion stammt. Darüber hinaus lassen sich den Angaben zufolge auch die Veränderungen von Zusammensetzungen oder Mischungsverhältnissen, zum Beispiel bei Kunststoffen, identifizieren. Damit lassen sich ungerechtfertigte Garantieforderungen erfolgreich abwehren, wie es heißt.
Eine gute Gelegenheit, sich über diese und weitere Möglichkeiten des Plagiatschutzes zu informieren, bietet die Hannover-Messe. Dort ist die AG Produkt- und Know-how-Schutz mit einem Gemeinschaftsstand (Halle 7, Stand E48) vertreten.
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