Robotik

„Der Leichtbauroboter wird ein Türöffner für uns sein”

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Welche Bedeutung hat denn heute die Steuerung und die Software insgesamt für die Robotik?

Gundel: Die Steuerung und somit die Software nehmen eine immer wichtigere Rolle ein. Die Steuerung von unserem LBR iiwa ist Java-basiert. Damit ist er in einer Mainstream-Sprache programmiert. Für diese Sprache gibt es über 3 Mio. Programmierer. So können wir automatisch von den schnellen Entwicklungen in der IT-Branche profitieren. Die Programme der Zukunft werden App-basiert sein. Das heißt, der Anwender klickt nur noch die App an und parametriert diese. So einfach wird in Zukunft das Programmieren von Robotern sein.

Und wann wird diese Zukunft Realität sein?

Gundel: Erste Applikationen, die mit der Sunrise-Steuerung möglich sind, haben wir auf der Automatica gezeigt. Diese Geschichte werden wir auf der Hannover-Messe weiter fortsetzen.

Haben Sie mit dem Leichtbauroboter spezielle Branchen oder Anwendungsgebiete im Fokus?

Gundel: Natürlich. Wesentliches Anwendungsgebiet ist einmal die Montage in der Automobilindustrie. Dort gibt es enorme Potenziale, weil der Automatisierungsgrad in der Endmontage – ganz im Gegensatz zum Karosseriebau – erst bei 5 % liegt. Ein weiteres Feld könnte zum Beispiel der Bereich 3C sein, also der Elektrik- und Elektronikmarkt, der heute zu mehr als 90 % in Asien angesiedelt ist.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Ergänzendes zum Thema
Zur Person
Zur Person

Manfred Gundel wurde am 21. Juni 1965 in Augsburg geboren. Er ist seit 1986 bei der Kuka Roboter GmbH tätig. Im Jahr 2001 wurde er Leiter Global Customer Support & Vertrieb für General Industry Deutschland, ehe er ab 2002 die Geschäftsleitung für den Bereich Technik mit Prokura innehatte. Von 2003 bis 2009 war Gundel als Mitglied der Geschäftsführung der Kuka Roboter GmbH tätig und dabei als CTO für den Bereich Technik verantwortlich. Den Vorsitz der Geschäftsführung übernahm er im Februar 2009.

Welche Stückzahlen erwarten Sie für den LBR?

Gundel: Wir produzieren in diesem Jahr noch 250 Stück. Der LBR iiwa wird uns noch weitere Märkte erschließen und dabei für Kuka bei vielen Kunden ein Türöffner sein. Es muss nicht immer eine komplette Anlage nur mit dem Leichtbauroboter bestückt werden, sondern wir werden sowohl den LBR als auch klassische Industrieroboter einsetzen.

Die Automobilindustrie ist traditionell der größte Abnehmer für Roboter. Werden die Automobilhersteller jetzt auch bei der Mensch-Roboter-Kollaboration Vorreiter sein, wie schon bei vielen bisherigen Roboterentwicklungen?

Gundel: Automobilisten sind immer Innovationstreiber, auch in der sicheren Zusammenarbeit von Mensch und Roboter. So haben wir zum Beispiel mit Daimler eine Kooperation, in der wir Applikationen in sicherer Mensch-Roboter-Kollaboration entwickeln.

(ID:42846112)