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Robotik

„Der Leichtbauroboter wird ein Türöffner für uns sein”

| Redakteur: Rüdiger Kroh

Für Manfred Gundel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kuka Roboter GmbH, stand hinter dem Messeauftritt auf der Automatica eine klare Aussage: „Wir haben ein System, das die Mensch-Roboter-Kollaboration zulässt.” Er betont aber auch, dass der Leichtbauroboter in erster Linie der Türöffner sein wird.

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Manfred Gundel, CEO der Kuka Roboter GmbH, will mit der sensitiven Robotik neue Kunden gewinnen.
Manfred Gundel, CEO der Kuka Roboter GmbH, will mit der sensitiven Robotik neue Kunden gewinnen.
(Bild: Kroh)

Herr Gundel, auf der Automatica in München stand der Messeauftritt von Kuka ganz im Zeichen des Leichtbauroboters LBR iiwa und der Mensch-Roboter-Kollaboration. Ist der Leichtbauroboter das wichtigste Zukunftsprodukt für Kuka?

Gundel: Es ist auf jeden Fall ein sehr wichtiges Zukunftsprojekt. Das Besondere am LBR iiwa ist, dass er durch seine Sensitivität direkt und ohne Schutzzaun mit dem Menschen zusammenarbeiten kann. Dadurch ergeben sich vollkommen neue Möglichkeiten. Das Interesse ist entsprechend hoch, das hat man auch auf der Automatica mit hochkarätigen Besuchern gesehen. Wir haben uns bewusst mit dem LBR iiwa auf nur ein Produkt konzentriert. Die klare Aussage dahinter lautet: Wir haben ein System, das die Mensch-Roboter-Kollaboration ermöglicht. Das haben wir an zwölf Applikationen gezeigt, die alle von der Berufsgenossenschaft freigegeben waren. Das heißt, es waren keine Show-Applikationen, sondern zwölf reale Anwendungen, die jederzeit auch beim Kunden zum Einsatz kommen können.

Das bedeutet jetzt aber nicht, dass die klassischen Roboter bei Kuka zukünftig vernachlässigt werden?

Gundel: Nein, Kuka wird das komplette Portfolio anbieten, also sowohl die Industrierobotik als auch die sensitive Robotik. Natürlich gibt es nach wie vor Bereiche, in denen die Automatisierung mit den klassischen Industrierobotern Sinn macht. Der LBR iiwa eröffnet aber eben auch neue Anwendungsfelder durch seine Fähigkeit, direkt mit dem Menschen zusammenzuarbeiten. Und diesen Vorteil können wir nutzen, um Kunden mit unserer sensitiven Robotik zu gewinnen.

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Zur Person
Zur Person

Manfred Gundel wurde am 21. Juni 1965 in Augsburg geboren. Er ist seit 1986 bei der Kuka Roboter GmbH tätig. Im Jahr 2001 wurde er Leiter Global Customer Support & Vertrieb für General Industry Deutschland, ehe er ab 2002 die Geschäftsleitung für den Bereich Technik mit Prokura innehatte. Von 2003 bis 2009 war Gundel als Mitglied der Geschäftsführung der Kuka Roboter GmbH tätig und dabei als CTO für den Bereich Technik verantwortlich. Den Vorsitz der Geschäftsführung übernahm er im Februar 2009.

Die Entwicklung des Leichtbauroboters wäre sicherlich ohne seine vielen Vorgänger nicht möglich gewesen. Wie wichtig war für Kuka 1973 der Schritt, mit dem Famulus einen eigenen Roboter auf den Markt zu bringen?

Gundel: Der Famulus war die erste Kinematik, die wir selber entwickelt haben. Diese Kompetenz wurde immer weiter getrieben und mit unserem Gelenkroboter, ausgerüstet mit Servomotoren, haben wir 1976 einen wesentlichen Technologieschritt vollzogen, was die Kinematik angeht.

Es folgte 1996 die erste PC-basierte Steuerung.

Gundel: Für Kuka war das fundamental. Sie können sich vorstellen, Kuka hat 100 Jahre Erfahrung im Maschinenbau und erst 1990 die Entscheidung getroffen, eine eigene Steuerung zu entwickeln. Damit verbunden war natürlich, dass wir die komplette Struktur des Unternehmens verändern mussten. Vom klassischen Maschinenbau über Elektrik, Elektronik, Software zu einem mechatronischen Unternehmen.

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