Robotik

„Der Leichtbauroboter wird ein Türöffner für uns sein”

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Wie beurteilen Sie dann die Perspektiven für Roboter in der allgemeinen Industrie?

Gundel: Wir sehen außerhalb der Automobilindustrie das größere Wachstumspotenzial – sowohl für die Industrierobotik als auch für die Servicerobotik. Die allgemeine Industrie wird zukünftig sicher zwei Drittel des Marktes ausmachen.

Mit anderen Anforderungen an die Lebensdauer eines Roboters als in der Automobilbranche? Auf der Automatica kursierte der Begriff Wegwerfroboter für die 3C-Branche.

Gundel: Es geht nicht um Wegwerfroboter, sondern um die mechatronische Kompetenz und das Wissen, ob ein Roboter auf eher 50.000 Stunden oder auf 5000 Stunden ausgelegt ist. Nicht für jede Anwendung braucht man einen LBR iiwa. Es können manchmal auch einfachere Systeme mit einer kürzeren Lebenszeit ausreichen.

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Zur Person

Manfred Gundel wurde am 21. Juni 1965 in Augsburg geboren. Er ist seit 1986 bei der Kuka Roboter GmbH tätig. Im Jahr 2001 wurde er Leiter Global Customer Support & Vertrieb für General Industry Deutschland, ehe er ab 2002 die Geschäftsleitung für den Bereich Technik mit Prokura innehatte. Von 2003 bis 2009 war Gundel als Mitglied der Geschäftsführung der Kuka Roboter GmbH tätig und dabei als CTO für den Bereich Technik verantwortlich. Den Vorsitz der Geschäftsführung übernahm er im Februar 2009.

Das heißt, es wird am Markt zukünftig Billigroboter für die Elektronikindustrie in Asien geben?

Gundel: Das würde ich nicht so sehen. Sie betrachten jetzt in erster Linie die Industrie, aber auch in Europa wird es beispielsweise in Richtung Handwerk gehen. Umso leichter ein Robotersystem zu bedienen ist und umso günstiger es wird, desto interessanter ist so ein Roboter natürlich auch für andere Branchen. Hier sehen wir einen spannenden Ansatz für die Zukunft.

Bleiben wir noch kurz in Asien. Kuka hat im März ein Roboterwerk in China eröffnet. Welche Bedeutung hat der chinesische Markt für Kuka?

Gundel: China ist inzwischen der größte Robotermarkt weltweit und auch bei Kuka kommen die größten Wachstumsraten aus China. In Zukunft wird sich das noch verstärken.

Welche Kapazität hat Ihre Fertigung in Shanghai?

Gundel: Wir haben aktuell eine Kapazität von 5000 Robotern im Jahr. Aber wir sehen uns in der Lage, wenn wir in den Mehrschichtbetrieb gehen, diese noch zu steigern.

Wird schon konkret über eine Erweiterung nachgedacht?

Gundel: Da können wir flexibel reagieren. Wenn der Bedarf da ist, werden wir auch erweitern.

Welche Rolle spielen in China inzwischen die einheimischen Roboterhersteller als Wettbewerber?

Gundel: Natürlich verfolgen wir die Entwicklung der chinesischen Roboterhersteller. Sie sind heute größtenteils in der allgemeinen Industrie vertreten. Unsere Stärke ist die Mechatronik in Zusammenhang mit unserer langjährigen Erfahrung in der Automatisierung und dort sehen wir uns im Vorteil.

Zum Schluss ein Blick in die Zukunft. Wann denken Sie, werden Mensch und Roboter wie selbstverständlich miteinander in der Fertigung zusammenarbeiten?

Gundel: Wenn wir die technische Lösung betrachten, dann bin ich überzeugt davon, dass wir schon sehr bald Applikationen sehen, wo Mensch und Roboter zusammenarbeiten, wie Kuka es auf der Automatica gezeigt hat. Es wird flexible Lösungen nach dem Springerkonzept geben, das heißt, der Roboter wird genau an dem Arbeitsplatz eingesetzt, wo er gerade gebraucht wird. Aber wir werden im kommenden Jahr auch die ersten Anwendungen sehen, wo Mensch und Roboter sich denselben Arbeitsbereich teilen.

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