Werkzeugmaschinen Der Weg zur Energieeffizienz heißt Selbstregulierung

Redakteur: Rüdiger Kroh

Die Regulierungspläne der Europäischen Kommission in Sachen Energieeffizienz betreffen auch die Werkzeugmaschinenhersteller. Aber eine Werkzeugmaschine ist nun mal kein Kühlschrank. Daher spricht sich die Branche eindeutig für eine Selbstregulierung aus und will auf diesem Wege ihren Beitrag zum Energiesparen leisten.

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Dr. Alexander Broos, Abteilungsleiter Forschung und Technik beim VDW: „Mit der Selbstregulierung verpflichten sich die Unternehmen, etwas zu tun und dies auch zu dokumentieren, bleiben aber frei in ihren Maßnahmen.”
Dr. Alexander Broos, Abteilungsleiter Forschung und Technik beim VDW: „Mit der Selbstregulierung verpflichten sich die Unternehmen, etwas zu tun und dies auch zu dokumentieren, bleiben aber frei in ihren Maßnahmen.”
(Bild: VDW)

Eine Schleifmaschine ist keine Energiesparlampe und eine Presse ist kein Kühlschrank.” Diese klaren Worten von Martin Kapp, Vorsitzender des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), verdeutlichen, mit welchen Schwierigkeiten die Werkzeugmaschinenindustrie bei den Regulierungsplänen der Europäischen Kommission in Sachen Energieeffizienz zu kämpfen hat.

Energieeffizienz kann nicht mit einfachen Parametern bewertet werden

Seit die EU-Richtlinie Ecodesign of Energy-using Products im Jahr 2005 in Kraft trat, stehen Werkzeugmaschinen auf der Liste der zu regulierenden Produkte. Mit der erweiterten Richtlinie Ecodesign of Energy-related Products wurde das Regulierungsverfahren 2009 formell in Angriff genommen.

„Doch Werkzeugmaschinen sind von der Technik und vom Produkt her so komplex und vielfältig, dass es mit einfachen Parametern nicht möglich ist, die Energieeffizienz zu bewerten”, urteilt Dr. Alexander Broos, Abteilungsleiter Forschung und Technik beim VDW. „Wir waren von Anfang an bemüht, im Schulterschluss mit dem europäischen Verband Cecimo den Brüsseler Verantwortlichen zu verdeutlichen, dass technische Investitionsgüter nicht nach den gleichen Kriterien bewertet werden können wie Konsumgüter.”

Regulierungsplan interessiert sich nicht für die gefertigten Bauteile

Zudem kritisiert der Experte, dass sich der Regulierungsansatz nur auf der Ebene der Maschine bewegt und das gefertigte Bauteil nicht berücksichtigt wird. „Die Anwendungsumgebung und die Produktivität des Prozesses werden außer Acht gelassen”, erklärt Broos. So könnten beispielsweise Automotoren weniger Treibstoff verbrauchen, weil sie zwar mit höherem Energieeinsatz, aber mit besserer Qualität oder engeren Toleranzen gefertigt würden. Im Gesamtergebnis stünde damit eine Einsparung.

„Es ist die Kernaufgabe der Werkzeugmaschinenhersteller, ihren Kunden Produktivität anzubieten, daher sollte man ihnen auch die Verbesserung der Energieeffizienz überlassen”, begründet Broos, warum sich die Branche eindeutig für eine Selbstregulierung ausspricht. Denn nur der Hersteller könne fundiert beurteilen, inwieweit sich seine technischen Lösungen mit den Anforderungen des Marktes decken.

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