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Deutsche Edelstahlwerke investieren 50 Mio. Euro in Modernisierung

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Das spart Zeit und Energiekosten. Zusätzlich beinhaltet das Konzept der Deutschen Edelstahlwerke Raum für eine zweite, potentielle Linie, bestehend aus Pfannenofen und VD/VOD-Anlage, um bei Bedarf zukünftig flexibel auf steigende Anfragen reagieren zu können.

Gießhalle der Edelstahlwerke bereits verlagert

Die Verlagerung und Neukonzeption der sekundärmetallurgischen Anlagen hätte die Gießgrubenkapazität enorm reduziert. Um dies zu Verhindern wurde die Gießhalle in der Vorbereitungsphase bereits verlängert und gewährleistet seit Dezember 2010 eine räumliche Trennung zwischen dem Gießgrubenbereich und dem Verladungs- beziehungsweise Nachbehandlungsbereich.

Der Bereich Plattenmauern wurde ebenfalls in den neuen Hallenteil verlagert und an den Gießgrubenbetrieb angegliedert. Die Plattenmauern sind für den Prozess des Blockgießens unverzichtbar. Der zentrale Gießtrichter ist mit den Kokillen durch feuerfest ausgemauerte Kanäle in der Plattenmauer verbunden. Der flüssige Stahl wird in den Gießtrichter gefüllt und fließt durch die Kanäle von unten in die Kokillen ein.

Edelstahlwerke setzen auch auf erhöhte Arbeitssicherheit

Zuvor war der Bereich Plattenmauern zwischen den sekundärmetallurgischen Aggregaten angesiedelt, wodurch kein ausreichender Raum für Fluchtwege und Belüftung vorhanden war. Das für die Plattenmauern benötigte Material konnte zudem aufgrund des geringen Raums nicht mit einem Stapler transportiert werden. Die Verlegung des Plattenmauern löst diese Probleme und erhöht die Arbeitssicherheit der Mitarbeiter.

Der Leitstand der neuen sekundärmetallurgischen Linie befindet sich in absolut zentraler Lage, so dass die Mitarbeiter auch bei Hinzunahmen der zweiten Linie einen optimalen Überblick haben. Da der Leitstand und die Aggregate sich zukünftig auf einer Hallenebene befinden, stellen Vorortüberprüfungen für die Mitarbeiter kein erhöhtes Verletzungsrisiko mehr da. Die Arbeitsabläufe können so unter besseren ergonomischen Bedingungen stattfinden.

Neuer Legierungsbunker soll Angebot an hoch- und höchstlegierten Stählen steigern

Zudem soll auch die Legierungsbunkeranlage erneuert werden und anschließend über 28 Tagesbunker für Legierungen und Zuschläge verfügen, die vollautomatisch bedient werden. Die Arbeiter müssen zukünftig die Legierungen also nicht mehr manuell an der offenen Schmelze hinzugeben, wodurch sich die Gefahr von Verpuffung, Verbrennungen und Spritzern reduzieren lässt.

Durch den Neubau und der damit einhergehenden Vergrößerung der Legierungsbunkeranlage wollen die Deutschen Edelstahlwerke auch ihre Legierungspalette vergrößern und eine größere Zahl an Werkstoffen im hoch- und höchstlegierten Bereich anbieten. Dazu gehören zum Beispiel RSH-Stahl, Röhrenvormaterial, Werkzeugstähle und Wälzlagerstähle.

Entstaubungsanlage der Edelstahlwerke erhält doppelte Kapazität

Im Rahmen des Projekts wird auch ein neues Entstaubungskonzept für das Stahlwerk Witten umgesetzt. Zwei neue Tuchfilteranlagen mit deutlich erhöhter Reinigungswirkung ersetzen die bisherige Elektrofilteranlage. „Mit beiden Anlagen zusammen wird sich die Entstaubungskapazität des Stahlwerks auf rund 1 Mio. m³/h steigern und damit nahezu verdoppeln“, sagt Gregor Ebbers, Leiter des Gesamtprojekts. Das neue Entstaubungskonzept umfasst dann neben der Sekundärmetallurgie auch den Bereich rund um den Elektrolichtbogenofen, so dass ab 2014 auch das Stahlwerk in Sachen Umweltschutz zukunftsfähig sein soll.

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